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"Es ist das Ende einer Ära", sagt Sunwork-Chefin Waltraud Fürnwein. "Matadita ist bis 31. Juli 2007 gelaufen und wurde von WAFF und AMS wieder ausgeschrieben. Die Rahmenbedingungen des Folgeprojekts waren für uns als Frauenträger aber nicht mehr akzeptabel und wir haben daher kein Angebot abgegeben." Neun Mitarbeiterinnen mussten gekündigt werden, die Stunden von fünf weiteren drastisch reduziert. Die Entscheidung hat jedoch nicht nur für die Matadita-Trägerinnen Sunwork und WUK Folgen, sondern für Mädchen-Berufsorientierungskurse in Wien allgemein, denn: Keine Frauenorganisation hat ein Angebot für das Nachfolgeprojekt gestellt. Das Programm wird ab Herbst unter dem Namen "Mädchen entscheiden" an anderer Adresse und in neuer Form von der Consultingfirma "ppc training" übernommen. Inhalt soll laut WAFF nicht mehr nur die Orientierung an handwerklichen Berufen sein, sondern es soll auch "darüber hinausgehende Berufsbilder, die Mädchen noch bessere berufliche Entwicklungs- und Einkommenschancen bieten (z.B. Lehrberufe im IT-Bereich)" beinhalten."Damit wird kein einziges praktisches Berufsvorbereitungsprojekt für Mädchen in Wien mehr ausschließlich von Frauen getragen", sagt Waltraud Fürnwein.
Matadita - Matadora - Radita
Ende der 1980er-Jahre wurden "Matadora" und "Radita" auf Initiative von Max Koch – dem späteren Leiter des Wiener Integrationsfonds - vom Verein Wiener Jugendzentren gegründet, um handwerklich interessierte Mädchen sowie junge Migrantinnen und Mädchen mit nicht-deutscher Muttersprache beim Berufseinstieg zu unterstützen. Im Zuge der Projektausschreibungen durch das Bundesvergabegesetz (siehe "Wissen" unten) haben Sunwork und das WUK ab 2003 die Projekte als Trägerinnen vom WAFF übernommen und erfolgreich unter dem Namen "Matadita" weitergeführt.
"Unser Zugang ging klar über das Ausprobieren in allen für den Berufseinstieg wichtigen Bereichen - das sehen wir in der neuen Ausschreibung, die sich auf Betriebspraktika konzentriert, nicht mehr als Kern. Die praktische Arbeit wird um 50 Prozent reduziert, es sind weniger Unterrichtseinheiten vorgesehen und eine Kursdauer von acht statt bisher zehn bis zwölf Monaten. Dadurch hätten wir auch unser Team stark reduzieren müssen", begründet Fürnwein die Entscheidung, das Projekt aufzugeben. Weiters sei im neuen Programm kein erkennbarer Schwerpunkt mehr auf Mädchen mit Migrationshintergrund oder technisch interessierte Mädchen erkennbar und Frauen wären zwar in Leitungspositionen, jedoch nicht als Trainerinnen ausschließlich vorgesehen. "Neben den inhaltlichen Aspekten hätten wir mit unserem Personal auch vom Preis her nicht mithalten können, da die neue Ausschreibung klar auf Freie DienstnehmerInnen ausgelegt ist, wir aber immer mit einem für uns sehr wichtigen Mix aus Angestellten und Freien gearbeitet haben", so Fürnwein weiter.
Überraschung beim WAFF
Der WAFF war "im höchsten Maße überrascht", dass Sunwork und WUK offensichtlich entschieden hatten, kein Angebot im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens zu legen: "Wir waren immer sehr damit zufrieden, wie hoch kompetent ‚Matadita’ durchgeführt wurde", sagte WAFF-Sprecherin Ilkim Erdost auf Anfrage von dieStandard.at. "Für uns stand von vornherein außer Streit, dass die bisherige Bietergemeinschaft die formalen Voraussetzungen der Ausschreibung erfüllen müsste, somit hätte ein fristgerecht eingereichtes Angebot auf Grundlage der preislichen und qualitativen Kriterien, im Wettbewerb mit anderen Anbietern bewertet werden können. Wir haben die Nichtvorlage eines Angebotes von Sunwork/WUK bedauert und hätten uns gefreut, wenn sie den Antrag gestellt hätten, mussten aber die Entscheidung der Vereinsmanagements zur Kenntnis nehmen."
Auch die Tatsache, dass nun kein Berufsvorbereitungsprojekt für Mädchen in Wien mehr von einer Frauenorganisation getragen wird, würde der WAFF bedauern, aber man müsse sich hier an das Bundesvergabegesetz und die abgegebenen Bewerbungen halten. Auf die Frage, warum Frauen im neuen Programm nicht mehr verpflichtend als Trainerinnen vorgesehen sind, sagte die WAFF-Sprecherin: "Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Unter den 13 künftigen Trainerinnen und Trainern werden zwei Männer sein. Die feministische Herangehensweise wäre, Frauen- und Mädchenräume zu schaffen und nur den weiblichen Zugang zu praktizieren. Wir haben uns für den Geschlechtermix entschieden, weil der Arbeitsmarkt leider männerdominiert ist und sich die Mädchen später auch mit Männern auseinandersetzen müssen."
Matadita macht das Licht aus
Eine Ära geht mit Herbst auch für den Ziegelbau in der Triesterstraße zu Ende: Seit Ende der 1980er-Jahre war hier die "Lernstatt" mit Umwelt- und Handwerksprojekten beheimatet, die Hunderten Jugendlichen Starthilfe in den Beruf boten. Wenn "Matadita" nach dem großen Abschiedsfest am 31. August das Haus verlässt, sind alle Projekte draußen, fast alle geschlossen: "Die Letzte macht das Licht aus", sagt Waltraud Fürnwein. "Ich habe das Gefühl, es geht mit uns auch eine Ära zu Ende, in der Arbeitsmarktpolitik für Mädchen überhaupt ein Thema ist." Die Stadt Wien habe andere Pläne für das Haus - damit ginge auch ein langjähriger Mädchenort verloren. "Unser Mietvertrag wäre auch nicht verlängert worden, wenn 'Matadita' weiterlaufen würde. Man hatte uns aber andere Standorte angeboten."
Die Sunwork-Chefinnen nehmen sich jetzt erst einmal eine Auszeit. Dann wollen Waltraud Fürnwein und Karin Gruber den Verein, der auch Frauenprogramme in Niederösterreich betreut, neu positionieren. Es bleibt der Rückblick auf viele erfolgreiche Jahre in der Arbeit mit wegsuchenden jungen Frauen – aber auch Trauer, Wut und Enttäuschung. (isa/dieStandard.at, 23.8.2007)
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männer nsind überall . oder auch nicht.
in frauenhäusern arbeiten auch keine männer, in Mutter- Kind- Einrichtungen der Stadt Wien waren lange auch keine Männer - und kamen nur wegen personalnot rein. ich war einer davon. und für mich war es interessant, lehrreich und sensibilisierend - für die frauen (mit den babys und kindern) auch.
den wunsch der frauen -und zu meiner sicherheit (vorwurf der belästigung bei der ausübung der kontrolle)- kann ich durchaus verstehen und akzeptieren. es müssen nicht überall männer dabei sein.
und wenn sie sich die missbrauchsgeschichten in wien anschauen, müssten sie neben verständnis der "frauenprojekte" auch ein "mehr davon" fordern.
und das ist nur eines der argumente FÜR frauen in solchen einrichtun
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