MinisterInnen antworten: "Feminismus als Handlungsanweisung"

Redaktion, 27. Oktober 2007, 15:00

Die MinisterInnen Buchinger, Bures, Plassnik und Pröll stellten sich der Herausforderung, das "F-Wort" für sich zu definieren

dieStandard.at hat die 13 BundesministerInnen sowie Bundeskanzler Alfred Gusenbauer befragt, was Feminismus "für sie persönlich" bedeutet. Folgende vier MinisterInnen haben - wie vorgegeben in aller Kürze - geantwortet:

Erwin Buchinger, Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz: Ich verstehe unter Feminismus eine Gesellschaftsanalyse und Handlungsanleitung. Der Feminismus begreift die vielfältigen Benachteiligungen von Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft als zentrales Strukturmerkmal der gesellschaftlichen Entwicklung und stellt den Kampf für umfassende Gleichstellung in den Mittelpunkt des politischen Wirkens seiner AkteurInnen.

Doris Bures, Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst: Im Feminismus sehe ich einen klaren politischen Handlungsauftrag. Dieser Auftrag bedeutet, sich einzusetzen für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bereichen des wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lebens. Ziel aller Handlungen muss sein, dass Frauen selbstbestimmt und unabhängig leben können. Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen, sehe ich als meine zentrale Aufgabe.

Ursula Plassnik, Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten: Frauen als gleichberechtigte und gleichwertige Partner in allen Lebenssituationen - das ist der Kern! Frauenpolitik ist heute auch Männersache. Wir alle - Frauen, Männer, Kinder - haben zu gewinnen, wenn wir dieses Thema in die Mitte der Gesellschaft platzieren. Frauen dürfen sich nicht mehr ins "Fraueneck" zurückziehen oder zurückdrängen lassen! Frauen sind 50 Prozent der Bevölkerung und mindestens 50 Prozent des Potentials jeder Gesellschaft. Und sie leisten für fast 100 Prozent der Gesellschaft die Erziehungsarbeit, zumindest in den ersten Lebensjahren. Keine Gesellschaft der Welt kann es sich leisten, dieses Potential und diesen Beitrag gering zu schätzen.

Josef Pröll, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft: Aus meiner bürgerlichen Überzeugung heraus geht es vor allem um Gleichstellung. Konkret geht es mir darum, in meinem Ressort die Ansprüche von Frauen und ihre Karrierechancen besonders im Auge zu behalten und dabei auch Vereinbarkeit von Kinder und Beruf bestmöglich zu gewährleisten. Wir haben hier ein freies Frauennetzwerk sowie eine sehr aktive Gender Mainstreaminggruppe, die beide meine volle Unterstützung haben. Personalentscheidungen treffe ich ohne ansehen des Geschlechts, unterstütze jedoch kompetente Frauen darin, Herausforderungen anzunehmen. Ein weiteres Ziel ist für mich ist es, die Repräsentanz von Frauen in der Agrarpolitik stärken. (red)

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18 Postings
Clochard
 
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28.10.2007, 10:01
Schade eigentlich :

All meiner Abneigung gegen die Regierung der letzten 7 Jahre zum Trotz hatten da Männeranliegen wenigstens noch eine ordentliche Vertretung.
Buchinger ist eher ein zusätzlicher Frauenminister :
http://tinyurl.com/24l3hq

presonic
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3.12.2007, 16:52
klar, er muss sich auch mit sozial benachteiligten menschen auseinandersetzen

da das in österreich vorwiegend frauen sind, muss er mehr für frauen tun als für männer. irgendwie logisch.

MarioV
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5.12.2007, 11:24

Gibt es mehr männliche oder mehr weibliche Obdachlose?

presonic
00
5.12.2007, 14:46
ich kenne die daten hierfür nicht

aber sie werden sie mir sicher gleich schicken.

übrigens: wenn ich auf der straße die augustinverkäufer anschau und die bettler (die, die definitiv österreicher sind), würd ich mal sagen, es hält sich die waage.

MarioV
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8.12.2007, 15:33

Es hält sich die Waage? Ich sehe fast nur Männer.

nick morgenland
 
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80 bis 90 % sind männlich (keine schätzung - ist in einer statistik zu lesen gewesen)...

presonic
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8.12.2007, 20:39
tatsache?

interessant. ich muss die mal zählen, aber mir fallen zuerst eher mehr frauen ein.... (alleine auf meinem weg zur arbeit begegne ich normalerweise 3 frauen und 2 männern, die den augustin verkaufen - scheisse, da fällt mir auf - mein weg zur arbeit ist verdammt lang. das sollte ich ändern. ;-))

nick morgenland
 
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zweiter versuch


vielleicht ist der quotient zwischen zeitungsverkauf (augustin, bunte zeitung) und obdachlosigkeit geschlechtsabhängig.

presonic
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ist er nicht - siehe gruft und andere obdachlosen und männerhäuser.

nick morgenland
 
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die männliche obdachlosigkeitsrate liegt jedenfalls bei 80 bis 90 %. das ist unbestritten (kein schätzwert).

die armutsrate in den wiener bezirken (gemessen an der sozialen unterstützung) entspricht übrigens nahezu der verteilung der geschlechter (abgesehen von alten menschen - weil hier die frauen überwiegen). die daten entstammen einer statistik der stadt wien.

presonic
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na, deswegen gibts ja die männerhäuser in wien. auch in der gruft sind fast nur männer.

nick morgenland
 
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und wie sieht der standard aus im vergleich?

nick morgenland
 
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vielleicht ist die wahrscheinlichkeit bei obdachlosen männern österreichischer herkunft höher, nicht mehr willens oder nicht mehr in der lage zu sein, den "augustin" oder die "bunte zeitung" zu verkaufen. eine verzweifelte frau kann allenfalls in ein frauenhaus gehen. ein verzweifelter mann muss fürchten, dass er an den diversen schlafplätzen ausgeraubt wird.

Raimund Manzarek
01
29.10.2007, 09:13

richtig, der macht null für Männer, eher gegen

Clochard
 
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29.10.2007, 15:19
vielleicht sollte ich ihm diesen Link schicken ??

http://tinyurl.com/2pg3xr
an der luxemburgischen Gleichstellungsministerien
könnte er sich ein Beispiel nehmen, die ist als Frau weniger radikalfeministisch als er.

Schubidu
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29.10.2007, 10:34
Wer ist verheiratet und hat eine oder mehrere Töchter?

Wird die Frau gegenüber ihren Kollegen benachteiligt, trifft das indirekt den Mann (Z. B. Familieneinkommen)
Wird die Tochter gegenüber ihren Kollegen benachteiligt, trifft das indirekt den Vater (Z. B. Selbsterhaltungsfähigkeit)
Was ich damit posten will ist, dass ich euch Recht gebe.
Mit dem, m. E. veraltetem Begriff "Feminismus" haben die Interviewten vermutlich Null am Hut. Bei denen mangelt's nämlich an entsprechendem Wissen,... und das meine ich nicht einmal böse, weil die einfach ins kalte Wasser geworfen wurden. Das ist ca. so als würde man/frau mich zum Liebesleben der Pflastersteine befragen :)

Nadine Kegele
 
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11.10.2007, 01:05
Plassnik und Pröll übersehen

dass es eben nicht feministisch ist, wenn einzig die Frau fürs Kind und die Erziehung zuständig gemacht wird. Beide begehen den Fehler, die Frau gleichzusetzen mit Kind und Erziehung. Plassnik mit der Aussage, dass Frauen 100% der Bevölkerung erziehen und das sei ja wertvoll, sie sagt jedoch nichts darüber, dass auch Väter dorthin gebracht werden sollen, dass sie mit-erziehen (es haben ja sehr wohl auch Männer den "Beitrag" zu leisten, ihr erzieherisches "Potential" einzubringen). Auf demselben Holzweg befindet sich auch Pröll, der zum Stichwort Feminismus einzig zu sagen hat, dass Vereinbarkeit von Kindern und Beruf zu gewährleisten ist, wenn Frauen arbeiten gehen wollen. Es wurde schlicht vergessen, den Mann mitzudenken! Nachsitzen bitte!

nick morgenland
 
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was machen die anführungsstricherln beim potential?

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