Die MinisterInnen Buchinger, Bures, Plassnik und Pröll stellten sich der Herausforderung, das "F-Wort" für sich zu definieren
dieStandard.at hat die 13 BundesministerInnen sowie Bundeskanzler Alfred Gusenbauer befragt, was Feminismus "für sie persönlich" bedeutet. Folgende vier MinisterInnen haben - wie vorgegeben in aller Kürze - geantwortet:
Erwin Buchinger, Bundesminister für Soziales
und Konsumentenschutz: Ich verstehe unter Feminismus eine Gesellschaftsanalyse und Handlungsanleitung. Der Feminismus begreift die vielfältigen Benachteiligungen von Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft als zentrales Strukturmerkmal der gesellschaftlichen Entwicklung und stellt den Kampf für umfassende Gleichstellung in den Mittelpunkt des politischen Wirkens seiner AkteurInnen.
Doris Bures, Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst: Im Feminismus sehe ich einen klaren politischen Handlungsauftrag. Dieser Auftrag bedeutet, sich einzusetzen für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bereichen des wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lebens. Ziel aller Handlungen muss sein, dass Frauen selbstbestimmt und unabhängig leben können. Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen, sehe ich als meine zentrale Aufgabe.
Ursula Plassnik, Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten: Frauen als gleichberechtigte und gleichwertige Partner in allen Lebenssituationen - das ist der Kern! Frauenpolitik ist heute auch Männersache. Wir alle - Frauen, Männer, Kinder - haben zu gewinnen, wenn wir dieses Thema in die Mitte der Gesellschaft platzieren.
Frauen dürfen sich nicht mehr ins "Fraueneck" zurückziehen oder zurückdrängen lassen!
Frauen sind 50 Prozent der Bevölkerung und mindestens 50 Prozent des Potentials jeder Gesellschaft. Und sie leisten für fast 100 Prozent der Gesellschaft die Erziehungsarbeit, zumindest in den ersten Lebensjahren. Keine Gesellschaft der Welt kann es sich leisten, dieses Potential und diesen Beitrag gering zu schätzen.
Josef Pröll, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft: Aus meiner bürgerlichen Überzeugung heraus geht es vor allem um Gleichstellung. Konkret geht es mir darum, in meinem Ressort die Ansprüche von Frauen und ihre Karrierechancen besonders im Auge zu behalten und dabei auch Vereinbarkeit von Kinder und Beruf bestmöglich zu gewährleisten. Wir haben hier ein freies Frauennetzwerk sowie eine sehr aktive Gender Mainstreaminggruppe, die beide meine volle Unterstützung haben. Personalentscheidungen treffe ich ohne ansehen des Geschlechts, unterstütze jedoch kompetente Frauen darin, Herausforderungen anzunehmen. Ein weiteres Ziel ist für mich ist es, die Repräsentanz von Frauen in der Agrarpolitik stärken. (red)