Topmodels & Co

Sexismus solcher Formate betrifft alle

7. Juli 2011, 07:00
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    privat

    Andrea Seier ist seit 2010 Universitätsassistentin am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Medien- und Kulturtheorie, Medien als Technologien des Selbst sowie Gender und Medien.

Medienwissenschafterin Andrea Seier über TV-Realityformate und den schlechten Ruf des Mediums Fernsehens im Allgemeinen

Fernsehen und seine verschiedensten Formate werden oftmals grundsätzlich als problematisch oder "verblödend" betrachtet, wovon nicht zuletzt der grassierende Begriff "Unterschichtenfernsehen" zeugt. So wie weniger privilegierte Menschen werden auch Frauen gerne als Seherinnen von "Schund" - vom Schmachtfetzen bis zur Soap Opera - identifiziert. Fakt ist aber, dass es alles andere als Klarheit darüber gibt, wer vor den Programmen sitzt, erklärt Medienwissenschafterin Andrea Seier. Mit ihr sprach Beate Hausbichler über die generelle Abwertung von Fernsehen aufgrund der Tatsache, dass es im Haushalt stattfindet, über sexistische Reality-Formate und warum KulturkritikerInnen diese ganz gut brauchen können.

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dieStandard.at: Wenn wir an Formate wie "Germany's next Topmodel" oder "Die Lugners" denken, entsteht der Eindruck, als ob es nie eine Frauenbewegung gegeben hätte. Können wir von dem Boom solcher Formate auf einen anti-feministischen Zeitgeist schließen? 

Andrea Seier: Die Zeit-Autorin Miriam Lau hat sich diese Frage kürzlich auch gestellt. Sie schreibt, dass ihre 14-jährige Tochter so gern "Germany´s next Topmodel" schaut, und fragt sich, wie sie mit dieser Situationen umgehen soll: Die Tochter einer Feministin hat kein Problem mit einem solchen Format! Soll sie es verbieten, weil sie selbst darin ein problematisches Frauenbild sieht?

Lau meint, dass eines sicher sei: Sie sieht etwas anderes als ihre Tochter. Sie sieht Erniedrigung, die Tochter sieht schöne Kleider, sie sieht eine sadistische Jury, die Tochter sieht schöne Schuhe. Ihre Tochter kann somit das, was ihr gefällt, von erniedrigenden Aspekten abkoppeln.
Ich denke aber schon, dass es zur Zeit einen Backlash gibt, jedenfalls in dem Sinne, dass es eine Zeit gegeben hat, in der sexistische Weiblichkeitsentwürfe stärker tabuisiert waren.

dieStandard.at: Könnte man den Umgang dieser jungen Frau mit solchen Formaten auch als neue Medienkompetenz deuten?

Seier: Ja, das könnte ein Argument sein bzw., dass es eine andere Form der Medienkompetenz ist. Ich bin da ambivalent, denn ich sehe in diesen Formaten auch vor allem die Erniedrigung. Ich habe aber dennoch Schwierigkeiten mit einer Art von Kulturkritik, die meint, die jüngere Generation wisse nicht um ihre Ausbeutung. Im Zuge einer solchen Kritik sagt eine ältere über eine jüngere Generation, dass sie nicht mehr so politisch sei und nicht unsere Erwartungen erfülle.

dieStandard.at: Sie meinen, die jungen Konsumentinnen registrieren den Sexismus und die Zwänge, die in Formaten wie "Germany´s next Topmodel" verkommen, sehr wohl?

Seier: Ich denke schon, dass viele, wenn auch nicht alle, das sehen. Sie koppeln das aber von dem ab, was unsere Generation als Ideologien beschrieben hat. Feminismus hat mit einem bestimmten Blick auf die Gesellschaft zu tun, oder mit Utopien, wie eine Gesellschaft aussehen könnte. Heute herrscht aber etwas vor, was wir als Pragmatismus beschreiben könnten. Die jüngere Generation rezipiert diese Formate ganz anders.

Wenn ich aber einfach behaupte, dass die Zuschauerinnen die Erniedrigungen nicht erkennen, kommt es zu einer Verdoppelung: mit dieser Behauptung wird die These von unmündigen Zuschauerinnen doch eher unterstützt als unterlaufen: Sie liefern sich solchen Formaten aus, und sie wissen es nicht mal. Vielleicht wissen sie es sehr wohl, haben aber einen anderen Umgang damit.

dieStandard.at: Diese Art der Kulturkritik, wie Sie sie kritisieren, setzt ja auch voraus, dass es für Konsumentinnen von Qualitätsfernsehen keinerlei Unterdrückungsmechanismen gäbe.

Seier: Genau. Nochmal zu Miriam Lau: Sie kommt zu dem Schluss, dass sie ihrer Tochter "Germany´s next Topmodel" nicht verbieten muss, weil sie zur Mittelschicht gehört und daher sehr gute Chancen auf einen entsprechenden Bildungsweg hat. Die größere Gefahr solcher Formate sieht sie für die Protagonistinnen dieser Sendungen, die sie als Frisörinnen oder Migrantinnen identifiziert. Die hätten ja nicht die Chancen, die ihre Tochter hat und würden daher dieser falschen Idee nachhängen, anstelle der Anstrengungen in der Schule doch einfach ihr Glück in einem dieser Fernsehformate zu versuchen, um so zu einer Karriere zu kommen. Da landet Lau auch schnell bei einer Verwahrlosungsthese: Die Eltern dieser Protagonistinnen hätten verabsäumt zu erklären, dass man sich für ein gelungenes Leben einsetzen muss, statt auf solche Shows zu setzen.

Dagegen muss man aber sagen: Der Sexismus solcher Formate betrifft alle. Und wenn es um die Verbreitung von Frauenbildern geht, sind nicht nur jene betroffen, die Frau Lau als Frisörinnen beschreibt. Natürlich ist die Mittelschichtstochter auch betroffen, vielleicht in einem anderen Kontext und auf andere Weise - aber es betrifft sie.

dieStandard.at: Bei Reality-Formaten stellt man sich schon die Frage nach den Grenzen. Wann ist der Punkt erreicht, an dem die Öffentlichkeit oder auch das Gesetz in die gezeigten Erniedrigungen eingreift?

Seier: Eingriffe werden vermutlich eher auf der Basis von Einschaltquoten vorgenommen als auf der Basis von Empörungen. Es gibt aber eine Form der kulturkritischen Distanzierung gegenüber solchen Formaten, der der Verweis auf die Trivialität des Fernsehens ganz gelegen kommt. Kulturkritik nobilitiert sich mit dieser Abgrenzung und umgekehrt gilt das gleiche. Programmchefs von Privatsendern grenzen sich von allzu normativen bürgerlichen Vorstellungen eines gelingenden Lebens mit dem Hinweis ab, dass sie die "Leute" und ihre alltäglichen Probleme ernst nehmen. Es geht somit nicht um ein Eingreifen, sondern im Gegenteil: Die brauchen sich gegenseitig.

dieStandard.at: Bei der von Ihnen organisierten Tagung "Fernsehen - Agentur des Sozialen" (dieStandard.at berichtete: Tagung - Wie die Unterschicht ins Fernsehen kam) ging es sehr viel um die Distanznahme zu anderen - weniger privilegierten - sozialen Schichten, anhand eines spezifischen Fernseh- oder Kulturkonsums. Das passiert aber doch auch mit der Zielgruppe Frauen: Formate, die für Frauen gemacht werden, erfahren doch eine extreme Abwertung, oder?

Seier: Da gibt es eine ganz eindeutige medienhistorische Dimension: Neue Medien wurden immer mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht. Denken Sie etwa an die Groschenromane. Sie wurden als Verführungsmedium für Frauen klassifiziert, von dem aus Gefahr droht. Diese Einschätzung stand mit den Leserinnen ganz eng in Verbindung. Oder beim frühen Kino - genau die gleiche Situation. Die Männer waren im Krieg, und Frauen wurden in dieser Zeit zum Zielpublikum. Mit der bewussten Adressierung von Frauen sind auch ganze Genres entstanden, z.B. der Weepie (Anm.: Schmachtfetzen) als "Frauenfilm". Die Entstehung dieser Genres war aber zugleich ein Argument, auch das Kino als Medium abzuwerten und als gefährlich, verführend oder manipulativ einzustufen.

Es gibt Analysen, die sich genderspezifische Rezeptionsformen angesehen haben. Durch teilnehmende Beobachtungen in Familien hat sich Fernsehen als eine Technologie gezeigt, die im Haushalt stattfindet, während parallel auch andere Tätigkeiten wie Essen oder Hausaufgaben erledigen usw. stattfinden. Die Frage, wer sitzt gerade vor dem laufenden Programm, wird oftmals ganz situativ entschieden. So sitzt dann letztlich vielleicht die Mutter mit dem Sohn vor der Sendung, die der Vater eingeschaltet hat. 

dieStandard.at: Aber durch die Werbung, die vor oder während einer Sendung ausgestrahlt wird, wird doch klar, wer zuschaut. 

Seier: Durch die Werbung sehen wir nur, dass von einer Annahme über die SeherInnen ausgegangen wird. Aber viel mehr kann man nicht daraus ableiten. Das Fernsehen hat natürlich ein großes Interesse an dem Wissen, wer welches Programm sieht, aber diese Annahmen lassen sich nur sehr schwer verifizieren. 

Die Medienwirkungsforschung benennt hingegen sehr wohl bestimmte SeherInnen. Ich habe dabei aber das Problem, dass sie schon mit einer Unterstellung oder mit einer gegebenen Geschlechterdifferenz arbeitet. Diese werden oft schon in der Anlage der Studie wiederholt. Zum Beispiel wird nachgefragt: wie reagieren Männer auf Gewalt im Fernsehen, wie reagieren Frauen? Das sind Datenerhebungen, die in Labors erhoben werden und bei denen es schwierig ist, sie so zu realisieren, dass sie repräsentativ sind. 

In dieser Art der Medienforschung ist auch oft schon angelegt, dass Fernsehen etwas Problematisches ist. Ich versuche mich dem Fernsehen als eine existierende Technologie zu nähern, die auf andere Alltagstechniken trifft, und gehe nicht von der Annahme aus, dass wir es beim Fernsehen mit einem prinzipiell problematischen Medium zu tun haben. In diesem Sinne interessieren mich die Sprechweisen über Medien und wie man aus diesem engen Bewertungsmuster, von denen diese Sprechweisen zeugen, herauskommt.

dieStandard.at: Woher kommt dieser ausgeprägte Wille zur Abgrenzung gegenüber dem Medium Fernsehen? 

Seier: Die Uneindeutigkeit und Heterogenität des Fernsehens scheint eine große Rolle zu spielen. Nicht nur existieren unterschiedliche Programmangebote, anspruchsvolle und weniger anspruchsvolle, nebeneinander. Auch das Publikum des Fernsehens ist letztlich sehr viel heterogener als z.B. das Kinopublikum. Die feministische Fernsehforschung hat darüber hinaus gezeigt, dass die Abwertung des Fernsehens auch mit seiner traditionellen Platzierung im Haushalt und im Privaten verknüpft ist. Es ist viel weniger mit einer aufmerksamen Betrachtung als mit einer flüchtigen Rezeption konnotiert, die andere Tätigkeiten nicht ausschließt. 

dieStandard.at: Sie haben die Heterogenität von Fernsehen angesprochen. Geht diese über den Konsum von Serien im Netz oder auf DVDs nicht verloren? Früher haben viele im selben Programm die gleiche Serie konsumiert, die anschließend am Arbeitsplatz oder in der Schule diskutiert werden konnte. Heute kann ich entscheiden, welche Serie ich sehe, wie viele hintereinander und auch wie ich sie konsumiere. So ist etwa die Möglichkeit im Originalton zu konsumieren, stets ein großes Thema: Jene, die nur die Synchronisation konsumieren (können), würden diverse humoristische Feinheiten verpassen. 

Seier: Ja - hier findet eine Verschiebung auf einen individualisierten Zugriff hin statt. Dabei lässt sich wieder die Problematisierung von Vermassung oder Standardisierung beobachten. Man hält diesen individuellen Zugriff für selbstbestimmter, was ich aber in Frage stellen würde. Es können dadurch aber schon auch neue Möglichkeiten ins Auge gefasst werden. Bei der Adressierung von Gemeinschaften hatten wir es bisher mit nationalen Gemeinschaften zu tun. Wenn sich aber über bestimmte Formate Fan-Kulturen generieren, die nationale Kontexte weit überschreiten, können neue gemeinschaftsbildende Prozesse stattfinden, die nicht mehr an Nationalkulturen gebunden sind. 

Durch die neuen Möglichkeiten des Zugriffs zeigt sich auch, dass die Problematisierung von z.B. Reality-Fernsehen mit einer traditionellen Idee von Fernsehen arbeitet: Dieses Fernsehen würden jene konsumieren, die dem Massenmedium ausgeliefert sind. Die KonsumentInnen von Quality-Fernsehen, die sich ihre Sendungen selbst beschaffen, gelten hingegen als mündige ZuschauerInnen, weil sie Geschmack haben, sie haben ausgewählt und sehen nur, was sie sehen wollen. Die anderen hingegen sehen einfach fern. (Die Fragen stellte Beate Hausbichler, dieStandard.at, 7. Juli 2011)


Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 46
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MareTranquil
12
Sexismus in den Medien...

...gibts unzählige. gegen Frauen wie gegen Männer. TvTropes hat z.B. eine recht umfangreiche Liste:
http://tvtropes.org/pmwiki/pm... leStandard

Viele davon werden wir wohl erst mit der natürlichen geistigen Weiterentwickling der Menschheit über Jahrzehnte oder Generationen loswerden, das kann man durch einzelne Politiker wohl nicht beschleunigen. Und genausolange können sich Politiker auf billigste Art profilieren, in dem sie etwas anprangern, was man eh nicht ändern kann.

Rätselhaft finde ich allerdings, warum die Anprangerung von Sexismen genen Frauen im Fernsehen überall Platz in den Medien findet, Anprangerung von Sexismus gegen Männern hingegen kaum.

Lectrice
00
10.7.2011, 23:56

Weil für Sexismus bezüglich Frauen einfach mittlerweile schon etwas mehr "Feingefühl" entwickelt wurde, für den was Männer betrifft eben noch nicht.

Männer müssen sich genauso aus alten (Rollen)bildern emanzipieren. Das steht noch an.

Cassius
00

Nach wie vor schmeißen viele Feministinnen sexy mit sexismus durcheinander. Obwohl sie steif und fest behaupten, die zwei sind nicht das gleiche, ist in 9 von 10 Fällen, wo sexismus geschrien wird, eine oder mehrere hübsche Frauen zu sehen.

Sexy Models sind nicht sexismus und schon gar nicht "gegen" Frauen.

Colette
00

es verhält sich umgekehrt.
viele männer (poster) behaupten ständig dass etwas was sexistisch ist einfach nur "sexy" sei.

Lectrice
00
11.7.2011, 21:50

Sie haben's einfach nicht kapiert - aber mei.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
02
Im Übrigen

heißt das neue Match, im neuen Jahrhundert:

Frauen vs Frauen.

Und das nichtmal um die Gunst der Männer, sondern um die Herstellung größtmöglicher Ungunst von Frauen untereinander.

Das geht soweit, daß die Schlachten Nachbarin vs Nachbarin, Kollegin vs Kollegin und Freundin vs Freundin auf dem Operationstisch ausgetragen werden.

Da splittern die Knochen und fließt das Blut, in den Beautychirurgiefarmen. Da wird geschnitten, vernäht und Antlitz gelähmt, was das Zeug hält.

Das Ganze medial gepowert.

Da sag' ich als Mann: viel Spaß dabei :-) und füge die Bemerkung hinzu: so brutal ist unsereiner *nicht*.

wider Indifferenz
010
germanys next top model ist in erster linie eine sendung für sadistinnen und voyeurinnen,

nicht für sexisten. denn das publikum ist vornehmlich weiblich und mag es wenn andere frauen, die hübscher sind als sie selbst, öffentlich erniedrigt und blossgestellt werden.
das versagen der einzelnen kandidatinnen ist auch nur für frauen eine willkommene "gesprächsgrundlage".

gilt nicht unbedingt für 14-jährige, da haben viele noch die hoffnung auch so hübsch sein zu können, aber später, mit der erkenntnis das eher nicht zu können, kommt dann halt die missgunst.

hab ich zwar schon öfter gesagt, aber: frauen sind der klotz am bein der emazipation, nicht männer.

männer schauen das so gut wie gar nicht (ausser ihre freundin zwingt sie dazu), und lesen auch keine modezeitschriften. schuld sind sie trotzdem. die kunst des feminismus.

Euroumrechner
00

Also diese Sendung ist eigentlich in erster Linie eine Werbesendung für (!!) Claudia Schiffer um den Bekanntheitsgrad ihrer "Marke/Firma" und ihren Marktwert zu erhöhen.
Als Beweis: Nenn mir 2 "Topmodels" der letzten Staffel mit VN und NN.

Genau das gleiche Prinzip wie bei der Uri-Geller-Mentalistenshow oder kann mir da auch noch wer Namen nennen ausser dem vom Uri G.

anders and
 
00
die jungen Mädchen sehen genauso die Erniedrigung

aber auch die glorreiche Verwandlung.

In so gut wie allen alten Geschichten muss sich die Frau erniedrigen um zu siegen.

Früher musste sie sich mit einer Kröte abgeben, heute mit Heidi Klum. Aber am Schluss wird die Richtige aus diesen Prüfungen siegreich hervortreten.

Dass Feministinnen ernsthaft überlegen ihren Töchtern etwas zu verbieten ist übrigens bezeichnend.

mikeyman
00
design und präsentation ist alles.

würde sich "wissen" und intelligenz in schönen kleidern und cooler umgebung präsentieren, würde sich biologisches essen wie mcdonalds schnell, 24h und billig verkaufen lassen, würde die spö sich endlich besser anziehen und sprechen, gäbe es dafür auch mehr fans.

warum die visuelle sprache von den "intellektuellen" nicht auch benutzt wird um zu manipulieren, ist ihr verschulden.

ich weiss noch wie meine omi immer sagte: ich wähle den jörg haider, weil er so fesch ist.

Colette
00

und ich erinnere mich mit grauen an einen bekannten, der meinte er würde heide schmidt nicht wählen, weil sie zu "unweiblich" sei...

Pygar
 
11

Deshalb verzichte ich auf Reality-Shows und Fernsehfilme, die die Realität zeigen. Damit muss ich mich gezwungenermassen in der Realität auseinandersetzen.

Da solche 'Formate' leider zum dauernden Tiefpunkt im TV geworden sind, habe ich den Fernseher ganz abgeschafft. Das funktioniert sehr gut und ich vermisse nichts.

(Das entspricht meiner Wahrnehmung und für andere Menschen kann es ganz anders sein.)

J.J
00
sommermädchen 2011

heute 20.15 auf pro7

;)

Cassius
16
Sexismen überall !!!

selbst bei einem Format, wo Männer nur am Rande auftreten und Frauen und Mädchen im Mittelpunkt stehen in einer Sendung, die hauptsächlich von Frauen und Mädchen konsumiert wird, wird seximus geortet, GEGEN Frauen natürlich, wie könnte es anders sein?

Was die Dame als Antifeminismus warnimmt ist normal. Um dem Normalzustand der Geschlechter entgegen zusteuern, bedarf es konstanter Indoktrination der Geschlechter. Sobald diese Nachlässt oder gänzlich eingestellt wird, verfallen Mädchen und Buben zurück in natürliche Geschlechterrollen.

Colette
00

nein, das ist *nicht* normal, sondern erschreckend.
es gibt keine "natürlichen" geschlechterrollen - wie der name schon sagt, handelt es sich um eine rolle.
wir sind alle von der gesellschaft, unserer erziehung, den werten der zeit etc. bestimmt. schauen sie mal in frühere jahrhunderte oder in andere kulturen.

FranzKpunkt
11

Mich stört eher dieser zwanghafte Trieb in Serien, immer diese Mannsweiber zu produzieren. Speziell Castle fällt mir da spontan ein. Wieso gibs nicht positivere Rollen die von Frauen besetzt werden und nicht von Frauen denen der Penis fehlt? Frauen haben jede Menge Attribute die Männern fehlen. The Mentalist ist ein gutes Beispiel wie eine Frau eine Chefin und trotzdem eine Frau sein kann. Und wenn es die Leute nicht sehen wollen, dann schauen sie es sich nicht an. Wenn wie hier in dem Artikel darüber gejammert wird, dann ists blose Scheinheiligkeit die sich moralisch über die Realität des Alltags erhebt.

Lichtfreak
00
Unter haltung

... sagt ja schon alles, oder?

silverfinger
00

ich persönlich wäre ja für sowas http://www.youtube.com/watch?v=p... re=related

aber das soll ein witz sein (serie 30 Rock/NBC) ... man kann auch lustig mit sexismus umgehen und muss nicht alles so ernst nehmen ...

risata
01
junk - tv

mein eindruck ist bei den angesprochenen formaten nicht der, dass explizit einfache frauenbilder skizziert werden, sondern der generelle wunsch von volksverantwortlichen eine dumm blökende schafherde zu kreieren. geschlechtsneutral. so ein auf archaische bedürfnisse und wissen reduziertes volk ist einfach leichter zu lenken. diestandard lässt ja auch nur sehr selten kontroversielle postings zu einem beitrag gelten. man will eine uniforme meinung auf tiefem niveau.

AlBundyFan
 
14
dieses junk-tv gibts nur deshalb

weil die sender genau das senden, was die leute sehen wollen....für die zählt nur einschaltquote und damit geld durch werbung.

du glaubst doch wohl selber nicht, daß atv, pro7 oder rtl irgendetwas senden weil es einen staatlichen auftrag zur volksverdummung gibt? genau das müßte es aber geben, damit deine these stimmt.

risata
10
sie denken also,

dass eines der einflußreichsten medien sich von zusehern vorschreiben lässt, welche inhalte es transportiert? die mächtigen der welt (und ich rede nicht ausschließlich von staatlicher politik), werden die macht des fernsehens doch niemals in ihre oder meine hände legen.

Euroumrechner
10

Ich glaube nicht, dass die Leute das wirklich sehen wollten, die Leute schauen das ja nur weils inzwischen keine Alternativen gibt und die Sender produzieren sowas weil schön billig ist.

Na klar hat das System, DAS ist das System, Orientierung am BILLIGSTEN.
Qualität kostet, das ist in einer Profitmaximierungsgesellschaft daher nicht Programm.

R.M. S.
01

Niemand wird gezwungen es anzuschauen, alternatieven giebt es genug:
DVDs, avis, ARTE, 3 SAT, Bücher, etc.

Ich habe mir diese sendungen noch nie angeschaut, meine Frau allerdings schaut sie sich gerne an - ich nutze die Zeit andere sachen zu tuun.

Auch wenn es schmerzt - diese sendungen sind von Frauen für Frauen gemacht.

curieux
01
Welche Sendungen sind für Frauen gemacht?

GNTM? Saturday night fever? Oder diese ATV - Sendung, in der sich einige überwuzelte Unterschichtcasanovas bei den Osthuren herumtreiben? Das soll von Frauen für Frauen gemacht sein?

R.M. S.
00

Da ich in der BRD lebe habe ich keine Ahnung was auf ATV läuft, aber so wie ich das sehe sind die 'Top Model' , 'Bauer sucht Frau', etc. Sendungen die ein offentsichtliches Weibliches Zielpublikum haben - oder meinen sie wirklich das diese Sendungen für ein Männliches Publikum erschaffen wurden?

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