FRAUEN SPÄTER IN PENSION

Recht so!

Kommentar | 28. November 2011, 09:54

Gleichstellung beginnt beim Bewerbungsgespräch und nicht beim Pensionsantritt

Interessant, dass Mä..., äh Menschen, die es mit der Gleichstellung oft nicht so genau nehmen, plötzlichen Eifer an den Tag legen, wenn es darum geht, eines von sehr wenigen Privilegien arbeitender Frauen abzuschaffen. Da wird nach einer rascheren Angleichung der Pensionsalter gerufen, weil sich Arbeitnehmerinnen per Gesetz um fünf Jahre früher als ihre Kollegen in den Ruhestand vertschüssen dürfen.

Doch wer strudelt sich denn normalerweise bis zur Pension mit geringerem Lohn für die gleiche Arbeit ab? Schupft neben dem Job mehr als zwei Drittel des Haushalts? Setzt zwischendurch betreuungsintensive Kinder in die Welt? Nimmt deswegen bis heute Karriereknicks samt flacheren Einkommenskurven hin - ohne wutschnaubend die Chefbüros zu okkupieren? Meine Herren, es sind die Frauen!

Ihre legistische Besserstellung beim Pensionsantritt schrumpft angesichts der Zahlen aus der Praxis ohnehin zusammen. Tatsächlich gehen Frauen im Schnitt mit 57 in Pension, Männer mit 59. Macht also nur mehr zwei Jahre Unterschied. Allen, die jetzt gern ins Treffen führen, dass Frauen gemäß Statistik länger leben, deshalb in Summe auch noch mehr Pension kassieren, sei vorgerechnet: Wegen ihrer schlechteren Bezüge kommen Frauen auf rund 300.000 Euro Rente, Männer auf 400.000. Ist das gerecht? Wohl kaum. Wahre Gleichstellung beginnt schon ab dem ersten Bewerbungsgespräch und nicht erst in der Pension. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD Printausgabe 28.11.2011)

Kommentar posten
13 Postings
Robert Schein
11
30.11.2011, 14:51
Doch wer strudelt sich denn normalerweise bis zur Pension mit geringerem Lohn für die gleiche Arbeit ab? usw.

na, der, der halt keinen anständig bezahlten beruf ergreifen will

nur was hat das mit einem recht auf früheren ruhestand zu tun?

lassen wir doch einfach alle um so früher in pension gehen, je weniger sie verdienen...

oder was genau will uns fr. weißensteiner sagen?

wer keine karriere machen will, der soll das halt nicht tun und stattdessen lieber kinder kriegen oder friseurin werden. ist aber dann ihre sache und geht den staat bzw. die pensionsversicherung nichts an

obibiber
01
7.12.2011, 11:12

die meisten leute haben keinen anständig bezahlten job und die jobs, die keiner machen will (putzjobs zb), sind vollkommen unterbezahlt. was sagt ihnen das?

Dagmar Rehak Wien
 
16
28.11.2011, 16:01

Wer muss denn als halbes Kind im Gatsch robben, und wenn er nicht will, kommt er ins Gefängnis?
Wer kann keine Kinder kriegen, bzw. wenn er welche will, muss er eine Frau dazu nehmen?
Wer stirbt denn früher und hat daher viel weniger von seiner Pension?
Wer hat schon als Kind mehr Unfälle, begeht öfter Selbstmord, wird öfter straffällig, neigt stärker zum Alkohol, wird öfter obdachlos?
Wer kriegt nach der Scheidung die Kinder, die Wohnung, Unterhalt, Familienbeihilfe und AEAB? Und wer muss das alles hergeben?

Solange diese Ungerechtigkeiten nicht beseitigt sind, sollen Männer 5 Jahre früher in Pension gehen können, meine Damen!

obibiber
01
7.12.2011, 11:14

geh herr dagmar, diese ungerechtigkeiten können leicht aufgehoben werden, so wie alle andren: frauen verantwortlich für kindererziehung und altenbetreuung, schlechtere bezahlung bei gleichen jobs, schlechtere bezahlung weil mehr in jobs mit geringerem ansehen usw.

R.M. S.
00
21.12.2011, 10:07

zu. "schlechtere bezahlung weil mehr in jobs mit geringerem ansehen"
Zwangsarbeit ist, ausser für Männer (Wehr- & Zivildienst), in AUT strafbar. Bitte um Nennung der Unternehmen & Organisationen die Frauen zwangsrekrutieren um diese zu Friseure oder anderen Berufen zu zwingen die ein Gehalt unter €50.000 p.a. haben.

R.M. S.
00
21.12.2011, 10:05

zu "frauen verantwortlich für kindererziehung "

Welches Gesetz schreibt daß fest? Komisch,aber alle Mütter die ich kenne haben mir bestätigt daß sie sich aus freien stücken dafür entschieden haben die Kinder zu bekommen und zu erziehen.

zu "altenbetreuung"

Die einzigen die ich kenne die altenbetreuung machen sind die die diesen Beruf gewählt haben - sie wurden nicht gezwungen dazu. Falls sie Personen kennen die dazu gezwungen wurden dann erstatten sie Anzeige.

zu "schlechtere bezahlung bei gleichen jobs"

Bitte Firmen nennen, suche seid 11 Jahren nach diesen Firmen die bei nicht-frei verhandeltem gehalt nach geschlecht bezahlen.

Dagmar Rehak Wien
 
23
28.11.2011, 15:52

Doch wer strudelt sich denn normalerweise bis zur Pension mit geringerem Lohn für die gleiche Arbeit ab?
Niemand. Für gleiche Arbeit gibt es gleichen Lohn.

Schupft neben dem Job mehr als zwei Drittel des Haushalts?
Die Frauen, freiwillig, manchmal sogar 100%. Manchmal machen auch Männer 100% des Haushalts.

Setzt zwischendurch betreuungsintensive Kinder in die Welt?
Zu 100% Frauen, und hoffentlich mit Liebe und Freude. Dafür bekommen sie auch ein bisschen Geld, nicht genug zum Leben, aber deswegen kann man nicht alle Männer strafweis 5 Jahre länger arbeiten lassen.

Nimmt deswegen bis heute Karriereknicks samt flacheren Einkommenskurven hin - ohne wutschnaubend die Chefbüros zu okkupieren?
Die Frauen, freiwillig.

Bremsspur
02
28.11.2011, 13:00
Naja, woher sind diese Zahlen?

Könnte man da noch Quellen nachreichen?

maxmilgram
01
28.11.2011, 11:21

Wird hier davon ausgegangen dass alle Frauen "betreuungsintensive Kinder in die Welt setzen"? Seltsames Weltbild!

Hafniumcarbid
04
28.11.2011, 11:00
"Wegen ihrer schlechteren Bezüge kommen Frauen auf rund 300.000 Euro Rente, Männer auf 400.000."

Das stimmt so nicht. Siehe etwa http://www.wienerzeitung.at/nachricht... eform.html - "So kann die Durchschnittsfrau in ihrem Leben 407.755 Euro Pensionseinkünfte lukrieren, der Durchschnittsmann nur 320.432 Euro." Fr. Weißensteiner sollte vielleicht recherchieren, bevor sie etwas aus dem Bauch heraus dahinschreibt. Und das wird dann auch noch abgedruckt.

Ein Sonnenschirm und ein Gin-Tonic
04
28.11.2011, 13:17
Da wird es in der nächsten Ausgabe sicher

ein Erratum geben.

Ich meine, schliesslich handelt es sich hier um ein Qualitätsblatt.

checkmate
11
30.11.2011, 08:21

diestandard ist ca so ein Qualitätsmedium wie Österreich, nur mit dem Unterschied das es ganz stark aus nur einer Ecke die Welt betrachtet

zahnloser Tiger
02
28.11.2011, 10:23
quod erat expectandum....

wie könnte es auch anders sein, wenn kurz zuvor Frauen die Angleichung fordern?

nein, ihre Rosinen lassen sich diese Frauen nicht wegnehmen... den Gleichstellung ist nur erwünscht wenn frau gewinnt...

komisch dass diese Frauen nicht verstehen warum es manchen Männern schwerfällt Privilegien abzugeben, wenn sie selbst solche Probleme damit haben...

naja, es ist halt ein weiter Weg von der Forderung nach gleichen Rechten und Pflichten bis zur Umsetzung und dem Verständnis dass frau nicht immer nur profitieren kann...

es demonstriert gleichzeitig auch wie wenig ehr- und sachlich die Diskussion geführt wird.

"Ich will gleiche Rechte; aber nur dort wo es mir nützt..."

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.