Sexistische Werbung

Die Salzburgerinnen räumen auf

3. Februar 2012, 16:25
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    foto: ursula sargant-riener

    Die Gründerinnen der Salzburger Watchgroup gegen sexistische Werbung.

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    foto: screenshot, flachau.at

    Was hat ein Skilift mit einer weiblichen, lasziv wirkenden Figur zu tun? Richtig: Gar nichts. Aus der dieStandard.at-Redaktion gibt es dafür eine Zitrone!

Die zweite Watchgroup gegen sexistische Werbung nimmt ihre Arbeit auf - Langfristig soll es ein bundesgesetzliches Verbot sexistischer Werbung geben

Der Anlass für die Gründung einer "Watchgroup gegen sexistische Werbung" könnte klassischer nicht sein: Das Restaurant Raschhofers Rossbräu verglich im Sommer 2010 auf seiner Speisekarte Schweinsstelzen mit Frauenbeinen und Knödel mit Brüsten. Den Salzburger SPÖ-Frauen reichte es: Mit 500 pinken Badeenten auf der Salzach wurden sie aktivistisch, um Aufmerksamkeit für Sexismus in der Werbung zu erreichen. Bei der Präsentation der neuen Watchgroup stellte das überparteiliche Bündnis ebenfalls einen Klassiker des Sexismus voran: Die Bergbahnen Flachau buhlen mit einem Barbiepuppen-ähnlichen Wesen, das in lasziver Pose neben einer Seilbahn platziert wurde, um WintersportlerInnen. Genau daran stößt sich hierzulande die zweite Initiative, die gegen sexistische Werbung mobilmachen will - und von der dieStandard.at-Redaktion gibt es gleich eine Zitrone obendrauf.

Die Salzburgerinnen sind neben einem Projekt in Graz die zweite Initiative, die gegen sexistische Werbung mobilmachen will. "Unser Ziel ist eine Werbelandschaft, frei von Sexismus", erklärt Barbara Sieberth, Sprecherin der Grünen Frauen Salzburg und eine der Gründerinnen der Initiative, am Freitag bei einem Pressegespräch. Möglich wurde die Initiative durch den Einsatz zahlreicher Frauen aus Politik, Verwaltung und NGOs bis hin zu privaten Aktivistinnen. Langfristig, so die SPÖ-Landtagsabgeordnete Nicole Solarz gegenüber dieStandard.at, soll die Vernetzung der Watchgroups zu einem bundesgesetzlichen Verbot sexistischer Werbung führen.

"Frauen sind keine Produkte. Keine Sexobjekte. Und freuen sich auch nicht täglich über neues Waschmittel. Es ist nicht einzusehen, dass Sexismus in der Werbung immer noch ein gängiges Mittel ist und als völlig selbstverständlich gesehen wird", erklärt Sieberth via Aussendung. Die Watchgroup ist in überparteilicher Zusammenarbeit mit Unterstützung aus Graz entstanden, wo es die "Watchgroup gegen sexistische Werbung" bereits seit 2009 gibt. Gerade in der Gründungsphase, die zirka ein Jahr dauerte, hätten die Salzburgerinnen vom Wissen der Grazerinnen profitiert, sagt Nicole Solarz gegenüber dieStandard.at.

Prozedere

Die Frauen haben inzwischen eine Webseite als zentrales Kommunikationsinstrument eingerichtet. Darin finden interessierte LeserInnen Aufklärung in Sachen "Was ist sexistische Werbung?", Antworten zu häufig gestellten Fragen und weiterführende Links. Über die E-Mail-Adresse watchgroup.salzburg@gmail.com können und sollen Beschwerden über sexistische Sujets zugeschickt werden.

Wie in Graz werden nun auch in Salzburg Sujets anhand eines Kriterienkatalogs analysiert. Werden diese von den zirka 15 Aktivistinnen als sexistisch eingestuft, ergeht eine Beschwerde an den Werberat, eine Institution, die zwar Unternehmen zum Einstellen von Werbungen auffordern kann, jedoch weitgehend sanktionslos agiert. Die Watchgroup wendet sich ebenso an die jeweiligen Unternehmen und fordert via Stellungnahme zum Stopp der Werbung auf. Auf der Homepage der neu gegründeten Watchgroup kann dann sowohl das Sujet als auch die Analyse und die Korrespondenz mit dem jeweiligen Unternehmen eingesehen werden.

Kriterienkatalog der DOKU Graz

Die Grundlage der Sujet-Analyse stellt für die Salzburgerinnen der Kriterienkatalog des Frauendokumentations- und Projektzentrums Graz (DOKU Graz) dar. Dieser umfasst die Reproduktion von Geschlechterklischees und Rollenbildern, die Sexualisierung oder Verfälschung des weiblichen Körpers sowie die Verharmlosung von Gewalt. Aber auch Mehrfachdiskriminierungen - also Sexismus gepaart mit Würdeverletzung bezüglich Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Krankheit, Armut, Körpergewicht usw. - werden im Katalog festgehalten.

Die Strukturen der Salzburger Watchgroup gegen sexistische Werbung erinnern an viele andere Fraueneinrichtungen: Es gibt kein Budget und die aktiven Frauen arbeiten ehrenamtlich. Ist das dann ein weiterer Selbstausbeutungs-Verein? "Wir haben derzeit keine Kosten. Die Gründungs- und Aufbauphase war teilweise aufwendig, aber die laufende Arbeit wird uns nicht sehr beanspruchen, weil wir zum einen genug Leute sind, zum anderen gute Strukturen aufgebaut haben," sagt Solarz.

Auch in Wien gibt es seit einigen Monaten Verhandlungen über das Einsetzen einer Watchgroup gegen sexistische Werbung. Erfolglos blieben bislang jedoch die Tirolerinnen. Wie tirol.imzoom.info berichtet, wurde am 18. Jänner der von der SPÖ-Mandatarin Angela Eberl diesbezüglich eingebrachte Gemeinderatsantrag einstimmig angenommen, jedoch im Stadtsenat mit den Stimmen von FI (Liste "Für Innsbruck"), Grünen und ÖVP abgelehnt. (red, dieStandard.at, 3.2.2012)

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Lichtfreak
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13.2.2012, 14:45
Antworten!

Schahaaatz, steht mir das Kleid?
ER: ist mir egal, hauptsache du bist gsund!

Schahaaatz, seh ich heute gut aus?
ER: ist nicht wichtig, hauptsache du bist intelligent!

Schahaaatz, warum liebst du mich?
ER: weil du nett bist und gut verdienst!

Die Scheidung ist vorprogramiert!

Colette
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guter tipp für alle die sexismus nicht erkennen können

stellen sie sich einfach statt einer frau auf dem bild einen mann vor - in gleicher pose und ähnlich aufreizend (nicht)angezogen.

Daniil Charms
 
01
15.2.2012, 07:36

Da stünde dann stattdessen ein Nachtelf oder ein Ork oder ein Krieger, meinetwegen mit nacktem Oberkörper, Lendenschurz und Keule. Und ich glaube nicht, dass das irgendwen jucken würde.

Colette
00
15.2.2012, 10:07

ich hab ja jetzt nicht spezifisch dieses bild gemeint - das finde ich eh nicht so schlimm. aber so ein nachtelf im lendenschurz würde mir schon gefallen.

insertnamehere
 
00
Für alle, die sichs nicht so gut vorstellen können:

http://dating.failblog.org/2012/01/0... -photo-op/

Cynicism
13
Da würd' sich dann kein Mensch aufregen.

Männer haben nämlich Wichtigeres zu tun und Frauen würden sabbernd davor kleben.

Colette
00

sie haben sich das eindeutig nicht vorgestellt.
die weiblichen "sexy" posen sind meistens unterwürfig mit einem dämlichen gesichtsausdruck (halboffener mund...) solche bilder gibts von männern zwar auch, in schwulenmagazinen... frauen gefällt das aber mit sicherheit nicht.

Hellspäher
02
Challenge accepted! Hier ist meine Montage:

http://www.pictureupload.de/originals... frauen.png

Unterwürfig und dämlich schaut er drein, da sind wir uns hoffentlich einig, Mund ist wie gefordert auch leicht geöffnet. Bitte um zahlreiche ehrliche Rückmeldung, welcher Mann sich nun diskriminiert fühlt.

Colette
00

danke, das ist echt witzig!

Colette
00

aber der schaut schon cool aus und nicht unterwürfig.

Daniil Charms
 
03

Die Frauendgestalt, die angeblich so lasziv dreinschaut, ist sichtlich dem Gaminggenre entnommen. Sie wirkt wie eine Kriegerin/Magierin/Heilerin aus World of Warcraft (oder sowas ähnlichem). Es soll vermutlich suggeriert werden, dass die Piste eine Art Community ist, in der man sich beweisen kann. Immer noch blöde, als Werbekonzept, aber wenigstens neu.
Davon versteht die Watchgroup natürlich keine Silbe. Alles, was man nicht kennt und/oder nicht versteht, und was irgendwie erotischen Reiz auszustrahlen droht, wird reflexartig verbellt.

Colette
00

hm, ich spiele auch rpgs und hätte das jetzt nicht erkannt. aber sie haben recht, die kleidung sieht ein bisschen wie eine rüstung aus. andererseits soll werbung ja nicht nur eine minderheit ansprechen.

wobei man natürlich auch über die darstellung von frauen in rpgs (oder mmorpgs) diskutieren kann ;)

insertnamehere
 
00
" wobei man natürlich auch über die darstellung von frauen in rpgs (oder mmorpgs) diskutieren kann ;)"

Dann aber bitte unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Begriff "Girl" dort ziemlich oft eher als Abkürzung für "Guy In Real Life" verwendet wird. ;-)

Hellspäher
17
http://imageshack.us/photo/my-... ckham.png/

Bitte diese Werbung auch verurteilen. Ich, Jungfrau, 40, männlich, 165cm groß, 120kg schwer und im Beruf gelangweilt fühle mich durch den knackigen Beckham voll diskriminiert weil der so laszif dreinschaut und er voll gegen die Kriterien (http://watchgroupsalzburg.wordpress.com/die-krite... riterien/) verstößt und so.

Triticum
06

dann gleich auch gegen frauenparkplätze vorgehen. denn diese extrabreiten parkplätze sind ja wirklich diskriminierend. oder bleiben die, weils doch so praktisch sind?

Laandaks
01
So regt sich halt jeder bzw. jede über etwas anderes auf...

...

und mir, dem die sexistische Werbung am 4buchstaben vorbeigeht, fällt es schwer, die Aufregung nachzuvollziehen. An der Werbung finde ich vieles beanstandbar und meinetwegen exkrementär - aber aufregen? Ich brauch z.B. keine Promiwerbung, finde: schade ums Geld. Aber deswegen ein Produkt boykottieren, das ich gut finde..?

Nur Gedanken am Rande...

Wer flauchau.at ansieht, merkt, daß diese "spacige" Symbolfigur das ganze Schigebiet bewerben soll. Was "spacig" heißt, bedeutet..? _Das_ finde ich saublöd, aber soll ich deshalb eine Sprach-Watchgroup gründen, die _verbieten_ soll, semantische Idiotien zu verbreiten..?

Nein, danke. Kritisieren, ja. Verbieten, nein.

...

ridentem dicere verum
00
"sexistische" werbung ist in der regel einfach blöd und damit langweilig,

auch wenn es natürlich witzige ausnahmen gibt - das sind dann üblicherweise die, wo die entrüstete frauenchaft halt wieder mal völlig ironieresistent ist

ersteres zu verbieten wär also eher unwichtig, zweiteres unsinnig und shade - und ich würd mir wünschen, daß werbung verboten wird, die unwahre bzw. nicht zu beweisende versprechungen macht

aber das - wirkliches verbrauchernteresse! - ist halt anscheinend unwichtig im vergleich zum "aktivistisch werden2, also der gschaftlhuberei bestimmter leute

Karlgaard
03

"Den Salzburger SPÖ-Frauen reichte es: Mit 500 pinken Badeenten auf der Salzach wurden sie aktivistisch"

Hellspäher
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Da haben sie's ihnen aber gezeigt!

sneewitt3
310
Es lebe die neue Prüderie!

...ein weiterer Grund, die Grünen nicht mehr zu wählen.

Personifizierte Unscheinbarkeit
92
Es lebe die neue Ignoranz !

Sie haben den Artikel nicht gelesen.

insertnamehere
 
011
Auf den Gesetzestext bin ich ja gespannt.

"Wir haben einen Kriterienkatalog und ob die Kriterien erfüllt sind oder nicht, wird von uns mittels freier Interpretation und Assoziation festgestellt" kanns ja wohl ned sein.

Wenn ich jetzt zum Beispiel anhand des Kriterienkatalogs checken wollert, ob ich ein Sujet seggsistisch ist oder nicht, hilft mir der mal GAR NICHT.

Beispiel:
"Die Körpersprache trägt zur Verfestigung von Rollenklischees bei. Frauen lächeln in der Werbung häufiger, ihr Lächeln ist unschuldig, unterwürfig und freundlich. Männer lächeln selbstbewusst, selbstzufrieden und stark."

Die Darstellung einer freundlich lächelnden Frau wär also schon seggsistisch? Ned im Ernst, oder?

1000 Kopfläuse können nicht irren
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Liebe Salzburgerinnen!

In meiner Wohnung könnt ihr auch gerne aufräumen.
Bitte mindestens in den Verfassungsrang heben!
(C:

Asperitias
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Für mich steht außer Frage, dass die (gezeichnete) Frau auf diesem Werbeplakat relativ deplatziert ist.
Derart darüber aufregen kann sich trotzdem nur eine Gruppe gelangweilter Frauen, die sonst nichts mit ihrem Tag anzufangen weiß :)

pallasat
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WENN DAS THEMA SO IRRELEVANT IST

...und völlig bedeutungslos und sich NUR gelangweilte, frustrierte Hausfrauen an einer derartigen Unwichtigkeit wie Titten in einer Skiliftwerbung reiben- wieso nehmen Sie und viele andere die ähnlicher Meinung sind dann die Zeit darauf zu reagieren? Sie stehen ja sowieso derart darüber, es geht ihnen ja sowieso völlig sonstwo vorbei, Sie finden das ja sowieso derart lächerlich ...langweilig und lästig ist Ihnendas Ganze auch noch. Das versteh ich einfach nicht.Ich finde es auffällig dass oft die "Gelassensten" auf die ihrer Meinung nach übertriebenen Reaktionen auf Sexismus im Alltag reagieren und ungefragt bekunden wie undiskutabel das Thema doch ist. Das ist doch der reinste Widerspruch in sich.

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