Was ist bloß mit den Babyboomer-Männern los?

13. April 2012, 17:28
  • Die Entehrung des männlichen Geschlechts beginnt im Sandkasten: Der Showdown im Buch von Ralf Bönt.
    foto: christian fischer

    Die Entehrung des männlichen Geschlechts beginnt im Sandkasten: Der Showdown im Buch von Ralf Bönt.

Sie sitzen an den Schalthebeln, an denen unterschiedliche Frauen- und Männergehälter budgetiert werden - Jetzt schreiben sie auch noch "Manifeste" und beschweren sich über ihre "Entehrung"

Zu Beginn kurz dies: Selten hat die Autorin sich so sehr auf einen Schreibauftrag gefreut. Endlich hat sie mal ein wirklich interessantes Thema zugeteilt bekommen. Es geht um ein Buch mit dem bombastischen Titel: "Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann." Keine Frage, dass sie sich voller Spannung und Neugierde auf das Buch gestürzt hat.

Geschrieben hat es der Berliner Autor Ralf Bönt, besprochen haben es bisher vor allem Männer, und der überwiegend begeisterte Tenor lautet: "Endlich sagt es mal einer!" In der Tat stellt Bönt mit seinem "Manifest" die richtige Frage zur richtigen Zeit, er ringt um die Antwort auf ein nervenzehrendes Dilemma: Auf dem Papier ist die Geschlechterparität erreicht - nun gilt es, sie im Alltag umzusetzen. Männern fällt da eine Schlüsselrolle zu. Sie müssen als Verbündete ins Projekt "Gleichberechtigung" einsteigen, dazu müssen sie sich bewegen - in der Familie, im Job und in dem, was Bönt den "Eros" nennt.

Immer geht es bei Emanzipationsbewegungen um Freiheit und Gleichheit, im fortgeschrittenen Stadium auch um das Prinzip Vielfalt. So wie Frauen sich nicht auf die Scheinalternativen "Heilige oder Hure" reduzieren lassen wollen, so haben Männer keine Lust mehr auf das Los des Aktenkofferträgers mit Mittelklassewagen, Magengeschwür, Puff-Abonnement und einer niedrigen Lebenserwartung. "Weil er falsch lebt, stirbt der Mann zu früh", konstatiert Bönt. "Gut, dass er mit dem frühen Sterben jetzt aufhören will!", denkt die Rezensentin, die sich, genau wie der Männer-Autor, eine "Partnerschaft auf Augenhöhe" wünscht - nicht nur im Privaten, sondern auch in der Gesellschaft.

Showdown im Sandkasten

Sie nimmt das Buch also voller Optimismus in die Hand. Es beginnt mit einem Showdown im Sandkasten, einer ersten "Entehrung" des männlichen Geschlechts: Ein Vater besucht mit seiner Tochter einen Spielplatz. "Beobachtende Mütter" sitzen am Rand. Als dem Mädchen die Wollstrumpfhose verrutscht, greift der Vater unter den Rock, um das Kleidungsstück zurechtzuzuckeln. Prompt rufen die Mütter die Polizei - der Mann, der als aktiver Vater alles richtig machen wollte, muss sich als rechtmäßiges Elternteil ausweisen.

Ralf Bönt ist ein belesener Autor, und in der geschickt komponierten Anfangsszene stecken schon die drei Kernthesen seines Buches. Erstens: Noch immer gibt es zu wenige real existierende Väter, auch zum Schaden des Mannes. Zweitens: Der Mann leidet darunter, dass er als durchsexualisiertes Untier gilt. Drittens: Hysterische Frauen machen mit einer reflexhaften Männerskepsis eine Annäherung der Geschlechter zunichte. Im O-Ton liest sich das so: "Für ihre Ziele sind Frauen mit Äxten und Suchscheinwerfern in die Büros der Gesellschaft eingedrungen und haben Männer verhört, um mit unterschriebenen Geständnissen wieder herauszukommen."

Wehgeheul überforderter Maskulisten

Das klingt wie das Wutgeheul eines überforderten Maskulisten. Doch der Klappentext des Buches verspricht einen Essay "jenseits von Diffamierungen, Klischees und Schuldzuweisungen". So liest sie weiter: "Junge Frauen wollen immer weniger vom Feminismus hören ... Auf keinen Fall wollen sie mit dem Opferstatus in Kontakt kommen." Einige Sätze später: "Manche ältere Frauen reden vielleicht deshalb umso lauter vom Feminismus."

Die ewigen Streiterinnen "wirken verbissen, denn sie reden Fortschritte klein und blasen Defizite zu Monstern auf." Die Leserin weiß jetzt nicht, ob sie mit 41 zu den "jungen Frauen" zählt oder zu den "älteren". Einen "Opferstatus" möchte sie nicht vor sich hertragen, "Fortschritte" gibt es tatsächlich. Andererseits hat sie durchaus einen Höllenspaß daran, gewisse "Defizite zu Monstern aufzublasen".

Top-Fünf-Lieblings-Monster-Defizite

Die Top-Fünf-Lieblings-Monster-Defizite der Rezensentin sind: 1. Frauen stellen die Mehrheit der Bevölkerung, aber nur einen Bruchteil der Führungsposten in Politik, Kultur und Wirtschaft. 2. Frauen schreiben bessere Noten und Abschlüsse, verdienen aber ein Viertel weniger als Männer. 3. Frauen übernehmen die meiste Fürsorge-Arbeit, Kinder-, Kranken-, Altenpflege, und zwar unter- oder unbezahlt. 4. Frauen verursachen weniger gesellschaftliche Kosten, etwa weil sie weniger Gewalt ausüben und Verkehrsunfälle bauen, und als Belohnung für all die Sternchen-Leistungen erwartet sie ein signifikant höheres Risiko für Altersarmut. 5. Schließlich kommen auf einen halbnackten Mann, der, sagen wir, für Duschgel wirbt, etwa vierzehn Millionen dreiviertelnackte Frauen, die für Sportwagen, Fleischwurst und Club-Urlaube werben.

Nicht dass die Rezensentin kleinlich aufrechnen will! Sie bemüht sich bloß, eine Schneise in die verdschungelten Argumentationslinien des Männer-Manifests zu schlagen, das so wenig von greifbaren Strukturen spricht, so viel aber von verworrenen Gefühlen. Im Kern geht es Bönt um die Entfremdung des Mannes von sich selbst. "Männer wissen nicht nur, dass sie jederzeit ersetzbar sind, sondern auch, dass sie früher oder später ersetzt werden." Er fordert ein Recht auf ein "karrierefreies Leben".

Was er hier antippt, ist dasselbe, was der französische Philosoph Alain Ehrenberg zuvor als "erschöpftes Selbst" bezeichnet hat: die psychischen und physischen Kosten einer Leistungswelt, die auf dem Aufopferungsprinzip basiert und eine befriedigende Koexistenz als Erwerbstätige(r) und Familienmensch erschwert - für beide Geschlechter. Bönt drechselt daraus das perfide Fazit, dass Frauen selbst schuld seien, wenn sie da mitmachen wollten, als "neo-liberales Bierdeckelopfer" .

Tragikkomisches Dokument

Tragisch ist es, wie Bönt die Chance vertut, genau an dieser Stelle einen Schulterschluss mit dem "anderen Geschlecht" zu wagen - um gemeinschaftlich gegen das kapitalistisch gemanagte Patriarchat anzugehen. Lieber macht er sich zum launischen Kumpanen eines Machtapparats, der nicht nur weibliche, sondern auch ein Heer männlicher Erfüllungs-Knechte braucht und benutzt. "Es waren zweifellos Männer, die mit ihren Forschungen das Elend überwanden, die Unbehaustheit", dröhnt der Selbstvergewisserungsversuch. Und: "Keine Frau bewarb sich darum, mit rasiertem Kopf und leerem Blick aus der Kriegsgefangenschaft heimzukehren" oder "die Abwässerkanäle von Paris zu reinigen."

Schließlich weint er: "Seine (des Mannes) Herrschaft gilt als für alles Elend der Geschichte verantwortlich, und ohne jedes Nachdenken glaubt man, durch mehr Beteiligung der Frauen automatisch eine bessere Welt zu erhalten.

An dieser Stelle würde vermutlich jede normale Frau das Problembündel gern in den Arm nehmen und ihm zuflüstern: "Ssscht, niemand, der auch nur über einen Funken Resthirn verfügt, behauptet solch einen Schwachsinn, und auch den von dir gefürchteten 'Schwanz-ab-Feminismus' gibt es schon seit zwanzig Jahren nicht mehr!" Längst hat der Feminismus eine Theorie entwickelt, die moderne Männer und Frauen eifrig diskutieren: das Modell der Intersektionalität. Besprochen wird , wie Klasse und Rasse, Gender und Geld einander gegenseitig bedingen, wie Vor- und Nachteile sich dabei manchmal verdoppeln - alle hängen da mit drin.

... auf deinen stärkeren kleinen Bruder warten

Spätestens an der Stelle, an der Bönt von "natürlichen" Geburten ohne Kaiserschnitt und vom Stillen schwärmt, und allerspätestens in dem Absatz, in dem er sich beschwert, dass manche Frauen es nicht fertigbrächten, ein Kondom gescheit über das männliche Ding-Dong zu streifen - "Ich fürchte, hier leben wir, dank passiver Frauen, in einem düsteren Entwicklungsland" -, da begreift man/frau/ mensch, dass man das Männer-Manifest als tragikomisches Dokument lesen muss.

Es ist rührend hinter seiner Zeit - aber darin aufschlussreich. Immerhin erzählt es, was ein männlicher Babyboomer so denkt - ein Vertreter der Männer-Kohorte, die nun schüchtern in den Spiegel schaut, sich "engagiert" nennt und zufällig exakt an den Schalthebeln von Wirtschaft, Kultur und Politik sitzt, zu denen ihre gleichaltrigen Kolleginnen aus irgendwelchen Gründen nur sehr schwer Zutritt finden und von wo aus Männer- und Frauenlöhne, Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten budgetiert werden.

Der Filou-Clou am Ende: Bönt spielt den Ball an die Frauen zurück. "Sie wissen nicht realistisch, wie sie sich die Männer vorstellen, mit denen sie leben wollen", behauptet er - und stellt eine finale Forderung auf: "Überlegt euch gut, was ihr Machbares von und für uns wollt. Dann überlegen wir uns, inwieweit wir dabei sind." Die Antwort auf diesen breitbeinig vorgebrachten Anwurf ist schnell gefunden: "Wir warten darauf, dass dein Nachfolger, dein schönerer, schlauerer, großzügigerer, wahrhaftigerer, stärkerer kleiner Bruder alsbald die Volljährigkeit erreicht. (Katja Kullmann, DER STANDARD, 14./15.4.2012)

Katja Kullmann, geb. 1970 in der Nähe von Frankfurt/Main, beschäftigt sich als Buchautorin bevorzugt mit Geschlechterfragen und neuen Arbeitswelten und erhielt dafür u. a. den Deutschen Bücherpreis (2003). Vor einem Jahr erschien ihr vielbesprochenes Sachbuch "Echtleben. Warum es heute so kompliziert ist, eine Haltung zu haben". (Eichborn). Soeben erschienen: "Rasende Ruinen. Wie Detroit sich neu erfindet", (Suhrkamp).

Interview mit Katja Kullmann auf dieStandard.at

Ralf Bönt im Club2 Besprechung auf dieStandard.at

Share if you care
Posting 176 bis 225 von 271
1 2 3 4 5 6

Durchschnitt versus Ausnahmen

Wie viele Frauen gibt es denn und wie viele weibliche Postars?

Ich hoffe aber, dass Sie ohnehin nur trollen, denn so unreflektierte Aussagen können ja hoffentlich kein Ernst sein.

ok... Ich dachte an die "Schönheit" des Pfaues, sehr anthropozentrisch. Ich weiß schon, der Hintergrund ist laut biologischen Theorien, daß er damit beweisst, auch mit dem großen Ballast überlebenstüchtig zu sein. Und das beim Menschen Status für die Versorgungsfähigkeit des Mannes steht, und schönes Aussehen mit Merkmalen, die mit Gebährfähigkeit einhergehen, korreliert.
Mir soll es recht sein, wenn das, was ist, einfach ist, (was das genau ist? Wer weiß es). Ich glaube nur, daß uns das eben keine engen Grenzen setzt.

Nein, es setzt überhaupt keine Grenzen. Das Unverständnis des Unterschieds zwischen "durchschnittlich ist es so" und "das bedeutet nicht, dass du auch so sein musst - du kannst vollkomen anders sein und niemand greift dich an oder will es dir verbieten oder will dir irgendeine 'Schuld' zuweisen" ist eines der Hauptprobleme, wenn man mit ideologisch vorbelasteten Leuten zu diskutieren sucht.

Ich denke auch, daß die Grenzen im Schnitt nicht eng sind. Man sehe nur all die verschiedenen kulturellen Ausprägungen, die es gibt und gab.

für mich persönlich: "du kannst vollkomen anders sein..." etc. ist mir schon klar, da hab ich kein Problem damit. Bin da mehr Pragmatiker als Ideologe

Wenn es nur mehr Pragmatiker als Ideologen gäbe... die Welt wäre ein besserer Ort.

Mit Sicherheit!

Das stimmt natürlich und zum Glück bin ich einer der glücklichen, die da angelangt sind. Es geht aber um das große Ganze.

Lassen Sie mich demonstrieren: Man weiß, dass der Großteil des Einkommensunterschiedes darauf beruht, dass Frauen oft jahrelang bei den Kindern zuhause bleiben. Die wirksamste Gegenmaßnahme von Frauenseite wäre also, dafür zu werben, dass Frauen sich daran gewöhnen sollten, dass auch sie Vollzeit arbeiten gehen können und dass sie sich Partner suchen könnten, die dann zuhause bei den Kindern bleiben und sich von ihnen erhalten lassen.

Bloß: solche Frauen können sie mit der Lupe suchen, es wird einfach im Großen und Ganzen nicht passieren.

Echte Gleichstellung ist nicht gefragt - dann aber bitte nicht beschweren.

Echte Gleichstellung ist: Beide arbeiten Vollzeit, und beide kümmern sich in ihrer Freizeit um die Kinder. Die übrige Zeit wir öffentlich betreut. Funktioniert seit Jahrzehnten so in ganz Skandinavien. Wo ist das Problem.

wobei vollzeit maximal 35 stunden bedeuten muss. eher 30. dann machts sinn.

Das Problem ist, dass unsere Frauen das nicht wollen... statt das zuzugeben, tun sie aber so, als ob wir Männer daran schuld wären - und damit an all den wohl bekannten(!) Folgen von Gehaltsunterschieden bis Pensionshöhe.

Die, die das nicht wollen, und die, die meinen, daß die Männer daran Schuld sind, sind u.U. wirklich unterschiedliche Gruppen.

Da haben Sie vollkommen recht, vermutlich ist das sogar mehr die Regel denn die Ausnahme. Ich denke aber, dass viele jener, die es wollen, es dann doch recht angenehm finden, als "Opfer" (eigentlich der eigenen Entscheidungen) bemitleidet und priviligiert zu werden. So sind wir Menschen eben. Aber Sie haben schon recht, viele sind wohl auch zufrieden. Man hört eben leider immer das lauteste, aggressivste Geschrei.

Hörens mit dem "unsere" Frauen auf. Denn alle Frauen, die ich kenne incl. mir geht Männern wie Ihnen weiträumig aus dem Weg.

Reduzierens das also auf die Frauen, die sich auf ihrer Ebene bewegen.

Die 50% der jungen Frauen, die gerne Hausfrau wären, wenn der Partner es zahlen kann und die 85% der jungen Frauen, die gerne Teilzeit arbeiten würden sind Ihrer Meinung nach also vernachlässigbar? Alles gar nicht wahr? Eine patriarchalische Verschwörung?

Naja, sie machen es sich da wohl schon ein wenig gar einfach...

Nochmals xx% der jungen Männer hätten auch gerne einen Porsche o. ähnliches, xx% der Pensionisten eine höhere Pension, schönere Wohnung usw. usf.

Hätten tät man bald was gerne, die Kunst ist zu wissen, wie man dazu kommt. Die klugen setzen auf Ausbildung und Einkommen, die anderen dürfen dann in diversen Trash-Talk-Shows oder im Forum über ihr Leben, das sie nicht im Griff haben, herumraunzen. Das war schon in den 70ern so und ist heute wichtiger denn je um nicht von irgendwem irgendwelche Almosen empfangen zu müssen.

"Die klugen setzen auf Ausbildung und Einkommen"

Aber auch hier sind die Grenzen schnell erreicht.

Der weitaus grössere Anteil an (benötigten) arbeiten ist aber mit (mehr oder weniger) geringer Ausbildung zu machen/schaffen.
Selbst wenn alle Menschen bestens ausgebildet sind, wird immer nur ein kleiner Teil davon "an den Hebeln sitzen" oder in Berufen, wo der Lohn dann, der ausbildung entsprechend, hoch ist.

Oder würden Sie Ihrer Haushaltshilfe so viel bezahlen, wie Sie selbst verdienen, nur weil sie die gleiche Ausbildung hat?

doch, genau das wollen viele frauen. wieder: warum lernst du nur die kennen, die das nicht wollen? frag dich doch mal, in welchen kreisen du verkehrst. vielleicht musst du da an dir arbeiten.

Nie und nimmer - der Mann ist perfekt und passt etwas nicht, so liegt es an der Frau.

Wissen's das gar nicht - das war das kleine 1x1 der 50er, das offenbar heute noch viele als Standard nehmen.

Na das machen Frauen im Familienbereich doch ganz genau so.

Wenn die Frau sich trennt, dann hat der Mann nichts im Haushalt gemacht, sich nicht um die Kinder gekümmert, war gewalttätig oder eh nie da.
Wenn der Mann sich getrennt hat, dann hat er die Familie wegen einer Jüngeren sitzen gelassen. Aber die Frau war nie selbst schuld.

Genauso ein 1x1 der 50er (oder noch länger?), dass heute immer noch so dargestellt wird, oder sogar noch stärker als früher. Jedenfalls deutlich öfters, durch die steigende Zahl an Trennungen.

Im gegensatz zu Ihnen muss ich ja nicht auf lächerliche Einzelfälle zurückgreifen, sondern kann auf entsprechende Statistiken verweisen. Bittesehr, bilden Sie sich: http://derstandard.at/1304552595944

Jeder 2. junge Mann hätte auch gerne einen Porsche, wenns entsprechend fragen.

Ihre Bestätiguns-hol-ich-mir-bei-jedem-Strohhalm lassen auf eine gewisse Naivität schliessen.

--- Jeder 2. junge Mann hätte auch gerne einen Porsche ---

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Außerdem müsste die Frage dann auf "...wenn die Partnerin gut genug verdient" enden - und ich kann Ihnen versichern, dass dann weitaus weniger Männer zustimmen würden, als Frauen in der von mir geposteten Statistik.

Den zweiten Teil verstehe ich mit meinem unterlegenen männlichen Gehirn leider nicht, wenn Sie den bitte noch einmal formulieren könnten? Oder habe ich das richtig verstanden, dass Sie allergisch auf Fakten sind?

Wer hier auf Fakten allergisch ist, braucht wohl nicht näher beleuchtet werden

Also sollte das tatsächlich heißen, dass Sie es mies finden, wenn jemand seine Aussagen auch belegen kann und nicht nur "gefühlte Realität" als absolute Wahrheit ausgibt?!

Gelinde gesagt bin ich ob dieser entwaffnenden Ehrlichkeit gerade ziemlich baff...

Ja ja, Rechthaberei hat auch mit Recht zu tun.

Sie wirken verwirrt und verworren.

War das jetzt eine Notbremsung Ihrerseits?

Damit beeindrucken Sie mich aber nicht, das rhetorische Repertoire hatten manche für aufmüpfige Frauen auch schon in den 70ern drauf, damit lockens mir nicht mal ein müdes Lächeln aufs Gesicht.

Nein, keinesfalls - was soll die Aussage "Ja ja, Rechthaberei hat auch mit Recht zu tun" in diesem Kontext (ich präsentiere Fakten, die Ihnen in Ihrem offenbar ideologisch verbrämten Weltbild nicht passen) auch heißen?

>dass auch sie Vollzeit arbeiten gehen können und dass sie sich Partner suchen könnten, die dann zuhause bei den Kindern bleiben und sich von ihnen erhalten lassen.<
zum Beispiel... Wenn sich das "durchschnittlicher" verteilt, rechnet jeder Arbeitgeber bei Mann wie Frau mit Unterbrechungen, Teilzeit, usw., und sehr viel würde sich erledigen. Wenn's der Großteil nicht will (der Paare, die es sich untereinander ausmachen), dann sollte zumindest die Voraussetzung geschaffen werden, daß z.B. auch für ein 70/30 Verhältnis (oder wie immer) die Wahl (auch in den Köpfen aller) leicht fällt. Und dann wird es auch Konstellationen mit Frau als Ernährerin geben (mit Alimenten und u.U. Unterhalt in Folge) oder 50/50 Aufteilungen der "Funktionen".

So ist es. Michael Jackson sang "I'm starting with the man in the mirror" - und das ist der einzige Weg, wie man wirklich etwas ändern kann. Man kann nur sich selbst ändern, andere ändern hat noch nie funktioniert. Aber es ist eben so viel einfacher, mit dem Finger zu zeigen und anderen die Schuld an eigenen Entscheidungen zu geben.

Ich finde Ihren Gedankengang vollkommen korrekt! Alle positiven, wie auch alle negativen Errungenschaften, Entwicklungen, Erfindungen (der Männer?, bzw. eben nicht nur der Männer!) sind genau so zu sehen (von trockenen warmen Behausungen bis Vernichtungstechnologie, von Menschenrechten und Demokratie bis zu KZ's).
Damit sollten alle Selbstbeweihräucherungen sowie Schuldzuweisungen obsolet sein. Wir leben nun mal in der Welt, wie sie geworden ist, und können und sollen sie auch verändern. Inklusive gewordener Geschlechterrollen oder "Gender", die uns mögliche Wahlfreiheiten erschweren. Da sind auch Machtstrukturen zu hinterfragen, da haben auch beide Geschlechter Anliegen und Standpunkte, da braucht es keine Schuldzuweisungen.

unwissend. unwissend. unwissend. in den kzs gab es aufseherinnen. warum weißt du das nicht? den bdm gab es auch.
ohne seine frau hätte einstein es nicht weit gebracht, er war nämlich eine niete in mathe.
clara schumann!

http://www.fembio.org/biographie.php

unwissend. unwissend. unwissend. in den kzs gab es aufseherinnen. warum weißt du das nicht?...
1.) Was ist an: "Alle positiven, wie auch alle negativen Errungenschaften, Entwicklungen, Erfindungen (der Männer?, bzw. eben nicht nur der Männer!)" mißverständlich?
2.) Doch das weiß ich!
Warum ich nicht davon sprach?; weil es nicht Thema meines Posts war!
Ich weiß übrigens auch, daß unter Frauen großartige Künstlerinnen, Wissenschafterinnen etc. waren.
ein Bsp.: Marie Curie: ohne ihre Arbeit keine Nuklearmedizin, keine Atombombe (womit wir wieder beim Thema wären)
Wieso muß jede Unterhaltung mit Dir in eine herablassende Klugscheißorgie Deinerseits ausarten? Von mir aus bist Du der Klügste, insb. beim Genderthema.

"Wieso muß jede Unterhaltung mit Dir in eine herablassende Klugscheißorgie Deinerseits ausarten?"

Und dann kommt er/sie zum Intelligenzduell auch noch vollkommen unbewaffnet und wehrlos - da bekommt man fast schon ein schlechtes Gewissen ;-)

Was soll ich sagen... ;-)
ok, vielleicht was über Intelligenz:
inter - legere. Belesen zu sein ist eines!
"inter" das andere.
Oder: multiple Intelligenzen?
... die Versuchung ist groß, dem (provozierten?)Impuls -Katz und Maus zu spielen- nachzugeben, es juckt mich schon in den Fingern... ehrlich zugegeben. Ob es auch Spass macht, wenn die Maus es NICHT merkt?
Sie verstehen wahrscheinlich ;-)

Ich werde bei sowas immer schmerzlich an George Carlins Aussage erinnert... "Just think of how stupid the average person is, and then realize half of them are even stupider!"

Neben der Fähigkeit ist es oft eine Frage der Selbstermächtigung. Trau ich mir selbstständig Schlüsse ziehen, und erst danach sehen, mit wem ich gemeinsam kann, auf die Gefahr hin, dann alleine dazustehen, und ohne den Schutz und die identitätsstützende Funktion einer gleichgesinnten Gruppe eine Position zu vertreten, und damit auch angegriffen zu werden.
Wo da der Durchschnitt liegt?

hervorragende rezension!

danke, es macht spass ihren text zu lesen. das buch muss ja ein schöner schmarrn sein, aber wird sich schon gut verkaufen in der wehleidigen, unterdrückten maskulistenpartie.

http://www.freitag.de/community... -aussehen-
Dieses Besprechung von feministischer Seite (Mädchenmannschaften) kann ich tatsächlich als kritische Rezension empfehlen.
Diese hier ist vom Tonfall eher ein Pamphlet gegen die Person des Autors, geschrieben von einer (um Ihre Worte zu verwenden) wehleidigen unterdrückten Feministinnenpartie.
Nichts gegen feministische Kritik daran, aber nicht auf die Art, die laut der Kritikerin selber ja eh schon seit 20 Jahren inexistent sein sollte.

http://maedchenmannschaft.net/wie-koenn... -aussehen/
... Das ist die Primärquelle, die ich eigentlich verlinken wollte!
(... und dann bei Google das darunterliegende Suchergebnis geklickt, um den Text ohne störende Werbepopups lesen zu können - Text ist aber ident)

danke! die kommenatre darunter sind spannend!

auszug:
"Es mischen sich hier oberflächlich nachvollziehbare Wünsche der Männer mit Forderungen – ja – an wen? Vor allem der seltsame Satz mit der “geehrten Sexualität”. Wer soll die denn ehren? Die Partnerin? Die Gesellschaft? Die Männer selbst? Die Vergewaltigten? Alles in allem spüre ich hier mehr Verlangen nach weiterer Macht und Kontrolle als den Wunsch gemeinsam und vor allem jenseits von heteronormativem Denken etwas zu ändern. Also alles was jetzt noch als “unmännlich” gilt – keine Karriere, Kinderbetreuung, Krankeit, das mit der Sexualität verstehe ich leider nicht so ganz, soll jetzt “ehrbar” und männlich werden. Das ist Eroberung von Terrain und keine Verbesserung der Zustände."

Die Rezension der Mädchenmannschaft vermittelt mir, hermeneutisch betrachtet, unter Einbezug deren Position, ein mögliches Bild des Buches, auch einen Ausblick auf mögliche Kritikpunkte daran. Um mehr zu sagen, inhaltlich auf den Leserkommentar dort eingehen zu können, müßte ich es tatsächlich zuerst lesen.
Die Rezension hier vermittelt mir das nicht, sondern hauptsächlich ein Bild der Rezensentin.
Drum ist die Rezension der Mädchenmannschaft wesentlich wertvoller.

noch wertvoller: das buch lesen. schreib mir dann bitte, ob du immer noch anderer meinung bist als ich. ich kanns mir nämlich wirklich nicht vorstellen.

im MOment ist noch gar nicht möglich, daß ich anderer Meinung bin, da ich zum Buch noch keine feste Meinung habe.

Die Rezension ist ausgezeichnet, ich würde nur zum Schluss wort ergänzen: Leider ist es ein oft gebrauchter Trick, dass Kritik an Männer-disktiminierenden feministischen Forderungen sofort mit dem Argument es gäbe "den Feminismus" nicht, abgeschmettert wird. Die Proponentinnen machen es sich sehr einfach: sie nehmen immer die Definition her, die ihnen gerade passt und schmettern Kritik damit ab, dass sie eben einer anderen Strömung angehörten.

Deswegen habe ich meine Meinung geändert und bezeichne mich nicht mehr als Feminist. Wir brauchen eine neue, unvergiftete Bezeichnung. Leider waren diese Leute hier schneller, sodass wir zB in Deutschland per Gesetz rein weibliche "Gleichstellung"sbeauftragte haben-eine Ironie. Also anderer Name?

Ja, die Rezensentin ist ein gutes Beispiel für einen derart gelagerten Trick.

Interessant ist, dass

Feministinnen immer vorgeworfen wurde (wird), sie seien dies aufgrund mangelnder Verkörperung des weiblichen Schönheits"ideals", wenngleich argumentiert werden kann, dass kontemporäre Versuche à la Bönt einer persönlichen Diskrepanz mit der hegemonialen Männlichkeit entspringen, dies jedoch nicht aufgezeigt wird und gegen solche Autoren im gleichen Maße verwendet wird wie gegen Frauen und Feministinnen.

ich finds ehrlich gesagt nett, dass die feministinnen sich damit überhaupt auseinander setzen, ich bin ca. 20 jahre jünger als die babyboomer und sehe zwischen einem teil dieser männer und mir null gemeinsamkeiten und meine wortwahl würde dieser passiv-aggressiven art und dem versuch, indirekt die bösen frauen für die eigenen probleme verantwortlich zu machen einerseits, andererseits frauen wieder abwerten, in dem man hervor hebt, was "die" männer alles geleistet hätten und anstatt zu akzeptieren, frauen haben genauso geleistet und haben heute immer noch das groß der unbezahlten arbeit, wollen sie jetzt auch noch angehimmelt werden und dass frauen ihre probleme lösen. das ist eigentlich so lächerlich, dass ichs ignorieren würde.

Sie werden darauf reagieren, einfach weil sie es wollen (als Nettigkeit gedeutet würde das auch die Unterstellung eines sehr herablassenden Habitus beinhalten).
... (für andere jetzt leider unverständlich) Ich frage mich, warum gerade Ihre Antworten auf mich nicht online gehen (während das andere Postings tun), obwohl Ihre Antworten auf mir nichts Regelwidriges beinhalten. Nun, kann ja noch kommen.

Posting 176 bis 225 von 271
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.