
"Am wichtigsten ist die Erfahrung: Es ändert nichts"
Lisa Rücker, Spitzenkandidatin der Grazer Grünen für die Gemeinderatswahlen im Jänner, war viele Jahre verheiratet und hat aus dieser Ehe zwei Kinder, heute zehn und dreizehn. Über die Zeit war ihr jedoch bewusst geworden, dass sie sich erotisch zunehmend zu Frauen hingezogen fühlte. Vor drei Jahren schließlich verliebte sich die heute 42-Jährige – und machte schnell reinen Tisch: Sie beendete ihre Ehe und zog mit der neuen Liebe zusammen. Um die Kinder haben sich ihr Ex-Mann und sie von Anfang an gemeinsam gekümmert.
Für ihre ältere Tochter geriet damit aber doch die Welt aus den Fugen. Nicht nur kam es zu klassischen "Stiefkinder-Geschichten", also zu Fragen zur Rolle der neuen Frau in Mutters Leben. Außerdem quälte die Tochter das Gefühl, Teil einer nicht "normalen" Familie zu sein. Geholfen habe ihr zu sehen, dass Rückers Mutter und Bruder "ganz normal" damit umgingen. Ab da akzeptierte sie die neue Situation: "Am wichtigsten ist, dass Kinder erfahren: Es ändert nichts." Was die Tochter aber doch verlangte, war das Einhalten von Regeln: "Mama, weißt eh: Vor meinen Freundinnen dürft ihr euch nicht küssen." Daran hielt sich Rücker auch.
"Meine Mutter spinnt halt ein bisschen"
Die Kleinere, sieben, hatte den Seitenwechsel ihrer Mutter zu Beginn recht ungerührt aufgenommen. Allenfalls hatte sie durchblicken lassen, sie habe halt "'eine Mutter, die ein bisschen spinnt' - das war ihre Art, sich zu distanzieren", schmunzelt die Gemeinderätin. Doch die Krise kam vor etwa einem Jahr, als die Kür zur Spitzenkandidatin anstand. Rücker erklärte ihren Kindern: Demnächst könnte in der Zeitung stehen, dass ich lesbisch bin. Sie wollte auch im öffentlichen Leben nicht weiter ein Geheimnis daraus machen: "Aus politischen Gründen. Wären Homosexuelle bei uns schon gleichgestellt, wäre es meine Privatsache." Sie hatte auch Lehrerinnen der Kinder ins Vertrauen gezogen und gebeten, diese zu schützen.
Doch nunmehr war es die jüngere Tochter, mittlerweile neun, die in Tränen ausbrach und einen Satz formulierte, der Rücker sehr nahe ging: "Ja, Mama, für dich mag das politisch was bringen. Aber mir bringt das gar nichts." Ihre größte Angst: Wie würden die SchulkollegInnen das aufnehmen? Es folgten lange Gespräche. Einige Tage später kam die Volksschülerin strahlend nach Hause. "Ich habe heute allen in der Klasse erzählt, dass du lesbisch bist" – und nichts war passiert.
Hat denn in drei Jahren wirklich niemand die Kinder aufgezogen, die Mutter geschnitten? Rücker sinniert: Nein. Wäre das wohl auch so, wenn sie eine No-Name wäre? Die Politikerin räumt ein: Sie lebt in der Stadt, ihre Eltern sind sehr offen, als Grüne ist so etwas auch beruflich kein Thema. "Wäre ich eine Lehrerin am Land, sähe es anders aus."
"Die Wahrheit ist Kindern zumutbar"
Was würde sie Betroffenen raten, die nicht wissen, wie sie es ihrem Nachwuchs sagen sollen? Rücker: "Kindern ist die Wahrheit zumutbar." Wünschen würde sie sich, dass das Thema in der Schule selbstverständlich vorkäme – auch um SchülerInnen zu unterstützen, die sich selber fragen: "Bin ich 'normal' oder 'gestört'?". Auch sollten Homosexuelle Stiefkinder adoptieren können, wenn sie eine Elternrolle ausfüllen. Und natürlich darf die Forderung nach Gleichstellung inklusive Homosexuellen-Ehe nicht fehlen. "In der derzeitigen Situation bekommen Kinder das Gefühl, sie lebten in einer illegalen Familie. Klar ist aber: Die klassische Familie ist nicht der einzige Platz, wo Kinder gut aufwachsen können – denn ein solcher Platz definiert sich über die Liebe zum Kind." (Gerlinde Pölsler, dieStandard.at, 2. September 2007)
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Da holen diese Frau jetzt die eigenen Fehler ihrer Erziehung der Töchter ein.
Denn daß Kinder unter Scheidung und Trennung leiden, ist leider unabwendbar, aber daß die Tochter ein "abnormales" Bild von Homosexualität hat, daran sind leider die Eltern schuld....
gar keines, vermute ich mal. meinem junior (8) habe ich "es" aber schon mal erklärt (mit dem hinweis, dass gleichgeschlechtliche liebe etwas völlig normales ist - gibts ja schon so lange es leben auf diesem planeten gibt). s. dazu auch: http://tinyurl.com/26f9fz
also liebevoll miteinander umzugehen stört wohl niemanden - worum es geht ist die körperliche zur schaustellung - zungenkuss, berühren erogener zonen (innenschenkel, brustwarzen) bis hin zum Gv in der öffentlichkeit - und auch innerhalb der eigenen vier wände vor den eigenen kindern - das beobachten der eltern beim Gv kann durchaus traumatische auswirkungen haben.
warum das so ist - konvention, kultur, evolution, religion - .... darüber können und sollen wir diskutieren - und behutsam mit unseren liebesbeweisen umgehen - rücksicht auf andere ist auch was liebevolles.
was SIE so alles beobachten!?
ich seh' sowas nie in der öffentlichkeit.
vielleicht liegt's daran, dass ich mich nicht an den "entsprechenden" örtlichkeiten aufhalte?
oder nur daran, dass mir sowas nicht ins auge sticht?
ich weiß es nicht.
ich weiß nur: Sie sehen offenbar mehr und öfter solche sachen, als ich - kein wunder, dass Sie sich dann so intensiv damit beschäftigen ....
vor den freundinnen - das ist deren "öffentlichkeit" und es hat nix mit falscher erziehung ect. zu tun das zu respektieren. wenn sie so wie ich dauernd mit kindern in einem haushalt leben würden sie das problem verstehen - ansonsten: erinnern sie sich an ihre eigene familie, an ihre kindheit oder an die artikel im standard (lesbenschmusen im studentenkaffee mit anschliessender zungenkussaktion). meine eltern haben sich immer geküsst - aber wenn sie wussten es ist wer anwesend nie innig (zunge) - beim sex haben sie mich nie zuschaen lassen - ich bin zufrieden damit.
(zitat jjf:) öffentliches "berühren erogener zonen (innenschenkel, brustwarzen) bis hin zum Gv in der öffentlichkeit".
wenn Sie und Ihre kinder ständig mit solchen dingen konfrontiert sind, sollten Sie entweder diese orte meiden, oder halt mal einspruch erheben.
ich sehe solcherlei kaum, obwohl ich oft in kneipen, bars, clubs und auch "einschlägigen" lokalen verkehre.
vielleicht haben'S einfach den falschen umgang?
oder zuviel phantasie(en)? ;o)
ich weiss nicht wie sie auf "ständig" kommen - wunschträume?
meine kinder sind gar nicht damit konfrontiert - ebenso wie dei von frau rücker.
wohl in beiden fällen ein mehr oder weniger harmonisches familienleben.
die meisten menschen sinbd ja wohlerzogen und benehmen sich dementsprechend.
gv in der öffentlichkeit sah ich nur zweimal - jedesmal waren es homosexuelle männer, jedesmal taten sie es ungeschützt - einmal am life ball.
SOOO genau haben Sie da hingesehen?
das ist ja schon irgendwie "ungschmackig".
übrigens:
gv in der öffentlichkeit sah ich nur zweimal - jedesmal waren es heteropaare - einmal mitten im sylvestertrubel (ob es ungeschützt war, weiß ich nicht, da ich nicht hingestarrt habe).
und was sagt uns das?
also wenn wer was in der öffentlichkeit macht dann ists doch zum hinschauen - oder blicken sie immer scheu und artig weg - eben nicht!
ich frag mich was sie eigentlich wollen - hab die fragezeichen in ihrem ersten post als aufforderung verstanden sich öffentlich zu lieben damit die jugendlichen was lernen. oder finden sie es wirklich furchtbar?
mich persönlich stört es nicht wenn mir wer zuschaut - nur weiss ich halt dass viele menschen es nicht wollen - deshalb halte ich mich mit extremen liebesbeweisen in der öffentlichkeit halt zurück. e.ringel hat übrigens mal gesagt dass der gv die innigste begegnung zwischen menschen und gott ist - glaub ich auch!
wenn ich irgenwo leute sehe, die öffentlich gv praktizieren, stelle ich mich sicher nicht hin, und schau genau zu, ob die einen präser übergezogen haben, oder nicht.
aber jeder wie er glaubt ....
und wenn jemand in der öffentlichkeit händchen hält, oder sich ein busserl gibt, hat Sie das überhaupt nicht zu interessieren oder zu stören.
und Sie haben das auch nicht mit öffentlichem gv zu vergleichen.
womit wir am ende dieser - wieder mal - sinnlosen "diskussion" wären!
eigentlich wär jetzt der anfang - denn alles um was es nicht geht haben sie ja abgehandelt - busserln und so.
die diskussion wär durchaus interessant - wann ist was angebracht, erlaubt.
im gegensatz zu ihnen bin ich jedenfalls der meinung dass es keineswegs furchtbar ist wenn menschen öffentlich liebe bekunden und sich etwa küssen. ich schau da gerne zu - schön sowas anzusehen!!
wenn Sie mir jetzt weißmachen wollen, dass das auf ALLE paare zutrifft (also auch auf rein männliche paare), kann ich - aufgrund Ihrer bisherigen auslassungen - leider nur laut lachen .... ;o)
si müssen etwas trennen - die meinung/befindlichkeit vieler menschen und die des jjf - der jjf ist ein voyeur, der schaut gern, küssende, nackertre - männlein wie weiblein - nur nackert herulaufen, ausgreifen, zungenpritscheln ist halt in der öffentlichkeit von vielen nicht gern gesehen - letztlich muss jedeR selber entscheiden was er und sein partner tun.
ich halts mit heller: und wenn ein mensch einen mensch liebt - soll er ihn lieben wenn er ihn liebt.....
obwohl es nicht wirklich klug ist, die Meinungsbildung über soetwas der Straße und Umgebung zu überlassen.
Aber eher fürchte ich, daß diese Dame ihrem Kind eher ein abfälliges Bild von Schwulen vermittelt hat, zumindest eines, welches meint, daß das nicht "normal" oder natürlich wäre...
Warum sonst, sollte die Tochter so ablehnend auf das Outing der Mutter und ihre neue Lebensausrichtung reagieren ?
natürlich ist eine trennung für kinder nie leicht ... leider kommt hier noch die komponente "lesbisch-sein" hinzu ...
ich perlönlich rechne ihr das hoch an, dass sie damit ehrlich umgeht und nicht etwa im verborgenen mit ihrer liebsten zusammen ist! ... letztlich hat sie sich und ihren kindern (die werden es später begreifen) ein stück freiheit geschenkt ... und das macht alle beteiligten unabhängiger und stärker was gesellschaftliche vorurteile betrifft ...
... ich meine sie hat doch keine a-bombe gezündet oder einen krieg entfacht ... also über was man sich heute immer noch so aufregt !?
lg und weiter so
mn
ich schätze dein jahrelanges konsequentes frauenpolitisches handeln, deine treffgenauen politischen anlaysen, deine offenheit/dein selbstverständnis in der liebe zu einer frau, dein lachen und deinen humor!
ich freue mich auf ein treffen in vienna, graz oder klagenfurt....
anneliese (erdemgil-brandstätter)
Ludwig Rücker, ein ganz normaler Mann, war viele Jahre verheiratet und hat aus dieser Ehe zwei Kinder, heute zehn und dreizehn. Über die Zeit war ihm jedoch bewusst geworden, dass er sich erotisch zunehmend zu einer anderen Frau hingezogen fühlte. Vor drei Jahren schließlich verliebte sich der heute 42-Jährige - und machte schnell reinen Tisch: Er beendete seine Ehe und zog mit der neuen Liebe zusammen...
Das liegt bei manchen an einem "Wiedergutmachungsanspruch" gegenüber dem Patriarchat, das ist aber unehrlich, man wollte die Rücksichtslosigkeit, die viele Frauen unter dem Patriarchat Jahrhunderte lang erdulden mussten, abschaffen und nicht umkehren. Aber hier kommt insbesondere der Aspekt des kognitiven Outinggeschäfts dazu, der unter den Tisch kehrt, dass ein Mann, eine Familie verlassen wurde. Das kümmert offenbar niemanden, es wird nicht negiert, es wird nicht als unethisch betrachtet und das ist bedenklich. Es wird hier nur die Homosexualität beansprucht, ohne Rücksicht auf Verluste, mit einer ziemlichen Intensität - sie wird als das „arme Dornröschen“ dargestellt.
So funktioniert das Outinggeschäft.
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